Ex-Apple-Manager sieht Scott Forstalls Weggang als “Anfang vom Ende”

Die Nachricht, dass Scott Forstall Apple verlassen werde, soll bei einigen Apple-Verantwortlichen gut angekommen sein – offenbar war es nicht leicht, mit Forstall zu arbeiten. Ein früherer Apple-Manager glaubt hingegen, dass Forstalls Rauswurf ein sehr schlechtes Zeichen für das Unternehmen ist.

Ex-Apple-Manager sieht Scott Forstalls Weggang als “Anfang vom Ende”

Der Blogger “Rands” (via 9 to 5 Mac), hinter dessen Namen sich der ehemalige “Senior Engineering Manager” Michael Lopp verbirgt, glaubt, dass es mit Apple letztendlich abwärts gehen wird. Geschichtsschreiber würden in einigen Jahrzehnten den Tod Steve Jobs’ als Ausgangspunkt für das Ende des Apple-Erfolges sehen, wobei darauf ein weiteres Schlüsselereignis folgte. Ein solches Ereignis könnte, so Rands, der Weggang Forstalls sein.

Viele Apple-Manager seien in den letzten Jahren gekommen und wieder gegangen – auch in der Zeit, als Jobs das Unternehmen führte. Scott Forstall, der zuletzt Apples Senior Vice President für den Bereich iOS-Software war, sei jedoch ein Sonderfall: Als Rands noch bei Apple arbeitete, seien sich die Mitarbeiter im “Caffe Macs” auf dem Apple-Campus einig gewesen, dass Forstall der einzige legitime Nachfolger für Steve Jobs sein könnte.

Einige von Forstalls Charakterzügen seien nämlich mit denen des langjährigen Apple-CEO vergleichbar gewesen: “Er war ein Arschloch, aber er schien von Erfolgen umringt zu sein, und niemand kannte sein Geheimrezept für diese Erfolge genau.” Angesichts dessen sei Rands “schockiert” über den Forstall-Weggang gewesen – Forstall sei zwar sicherlich kein Steve Jobs, aber doch unter denen, die noch bei Apple waren, die größte “Annäherung an Jobs” gewesen.

Von Forstall seien immer gewisse Zerrüttungen oder Diskonuitäten ausgegangen. Und so habe das Geschäft bei Apple funktioniert: Es habe immer eine “interne Kriegsführung” gewesen. “Innovationen werden nicht aus einem Komitee geboren, Innovationen sind ein Kampf”, so Rand. Die Manager, die jetzt Forstalls Aufgaben übernommen haben, seien zwar allesamt talentierte und qualifizierte Führungskräfte, von ihnen gingen aber eben keine Zerrüttungen aus, sie seien nicht “disruptive”.

Das entspreche wahrscheinlich dem Willen des heutigen Apple-CEO Tim Cook – laut Rands “vielleicht die talentierteste Führungsperson im operativen Geschäft der Welt”. Denn das operative Geschäft wolle gerne alle Elemente entfernen, die die Welt weniger vorhersehbar und messbar machen.

Allerdings habe Apple bisher nicht so gearbeitet. Ein Reizwort in Apples Pressemitteilung zur Management-Umstrukturierung sei für Rands die Formulierung “Collaboration” gewesen. Man solle sich ein Meeting mit Steve Jobs vorstellen, wie es abläuft und wie Entscheidungen getroffen werden. “Kollaboration” passe überhaupt nicht für diese Situation. Stattdessen säßen die verantwortlichen “auf Nadeln”, während sie damit rechnen, dass der Typ vorne jederzeit explodiert und alle in der Luft zerreißt, weil sie ihn für ein mutmaßlich unwichtiges Thema zu sich bestellt hätten.

Zwar profitiere Apple davon, ein großes, stabiles operatives Geschäft zu haben, das Arbeit konstant und zuverlässig erledigt. Um weiter vor der Konkurrenz zu bleiben, brauche Apple aber auch Persönlichkeiten, die Zerrüttungen umgeben. Ohne Forstall sei Apple sicherlich ein “stabileres” Unternehmen – was aber auch der Anfang vom Ende des Erfolges sein könnte.

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