Falscher Alarm: Apple ließ sich keine fremde App patentieren

Florian Matthey
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Der deutsche Entwickler FutureTap braucht sich keine Sorgen mehr um einen von Apple in den USA eingereichten Patentantrag zu machen. Stein des Anstoßes war eine Illustration als Teil des Patentantrags, die eins zu eins die Benutzeroberfläche einer App des Entwicklers zeigte.

Das Apple-Patent beschreibt eine Erfindung von Apple-Entwicklern, die sich eine App ausgedacht haben, die verschiedene Aspekte des Reisens vereinfachen soll: Beispielsweise das Einchecken in Hotels, das Aufstellen eines Reiseplans, Informationen zu Flughäfen oder Ähnlichem. Die FutureTap-App Wohin? – GPS Points of Interest* hilft dabei, Restaurants, Ärzte, Sehenswürdigkeiten, Geschäfte oder Ähnliches in der unmittelbaren Umgebung zu finden.

Die FutureTap-Entwickler zeigten sich verständlicherweise überrascht, ihre eigene App als Illustration für Apples Patent wieder zu finden. Die Konsultation mit einem Anwalt sowie Zuschriften von Lesern des eigenen Blogs stellten aber schnell klar, dass Apple nicht versucht hatte, ein Patent für eine fremde App zu bekommen. Die Illustration sollte nur eine Beispielsoberfläche darstellen, auf die sich der beantragte Patentschutz nicht beziehen kann. Auch Apples Patent-Berater versicherte FutureTap, dass das eigene geistige Eigentum des Unternehmens nicht berührt werde.

FutureTap fühlt sich jetzt nur noch geehrt, in einem Apple-Patentantrag als Positivbeispiel Beachtung gefunden zu haben und fasst in einem Blog-Eintrag die “PatentGate”-Story zusammen. Bei einigen Zuschriften habe es sich um unqualifizierte Anti-Apple-Beiträge gehandelt, andere wiederum hätten FutureTap wegen ihrer mangelnden Patentrechtkenntnisse beschimpft. Woraufhin der Autor Ortwin Gentz die Frage stellt: Sind Entwickler vorzuziehen, die gerne Patente lesen, oder solche, die gerne Benutzeroberflächen designen?

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