Flash-Kataloge und Zeitungen endlich auf dem iPad

Sebastian Trepesch
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Händler wie Mediamarkt, Rossmann, aber auch kleinere Anbieter stellen ihre Kataloge und Werbebeilagen oft im selben Layout auf ihre Webseite, wie sie gedruckt wurden. Der iPad-Nutzer kann die Publikationen aber nicht aufrufen, da die Online-Ausgaben auf Flash basieren – und Apple weigert sich seit jeher, dieses Format auf iPhone und iPad zu unterstützen. Abhilfe kommt endlich von Anbieterseite. Wir haben eine neue Lösung ausprobiert.

Steve Jobs hat mit der Veröffentlichung des iPhone seinen Käufern das “ganze Internet” auf dem Smartphone versprochen, doch Flash wurde nie unterstützt: Ob Webanimationen, Filme, Spiele oder Blätterkataloge, vieles haben Apples Geräte nicht angezeigt. Es lag an den Anbietern der Inhalte, Alternativen zu Flash anzubieten.

Mit BlueCreator vermarktet OnKalog einen neuen Dienst, mit dem Publikationen neben Flash auch als HTML 5-Datei bereitstehen. Damit können Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge auf dem iPhone und iPad gelesen werden. Aktuell wird meist ein PDF angeboten, wenn für ein Online-Heft nicht gleich eine eigene App oder Web-App programmiert werden kann.

Kataloge auf dem iPad – so sieht’s aus

Durch BlueCreator ist weder der Download eines Dokuments, noch die Installation einer Anwendung notwendig: Die jeweilige Publikation wird einfach über den Browser aufgerufen. André Böker von der Marketingabteilung OnKalog vergleicht es mit Google Earth: “Früher musste man die Software auf dem PC installieren, heute nutzt man die Web-App Google Maps, in der Google Earth integriert ist und auf die man immer online zugreifen kann.”

Wir konnten eine mit BlueCreator bereitgestellte Tageszeitung ausprobieren. Wer es selbst testen möchte, kann zum Beispiel das Magazin von Ostsee Tourismus auf dem iPad betrachten. Das schöne an der Lösung: die klassischen Bedienmethoden des Tablet Computer funktionieren. Seiten können durch einen Wisch umgeblättert werden, Zoomen erfolgt mit zwei Fingern. Leider nicht möglich: der Doppelklick auf eine Spalte, um sie in Bildschirmbreite zu sehen. Videos und Bildergalerien sind integriert und werden über Icons aufgerufen. Im

Landscape-Modus soll statt einer einzelnen eine Doppelseite zu sehen sein – letzteres hat bei der Tageszeitung bei uns noch nicht funktioniert.

Sicher, so ganz zum Start läuft noch nicht alles rund. Einmal stürzte promt der Safari auf dem iPad ab, beim Zoomen verlassen die Bedienelemente den Bildschirm und die Seiten blättern zwar sehr geschmeidig, aber auch langsam um. Die Entwickler werden den Dienst weiter optimieren, zusätzliche Funktionen sind bereits geplant. Darunter:

  • eine Offline-Version, mit dem ein Heft auf dem Startbildschirm des iPad gespeichert werden kann,
  • Social Media und E-Mail-Verknüpfung,
  • Shop-Funktion,
  • Werbung als Pop-Up.

Auch eine Anpassung für Android, Windows Mobile und Web OS stellt OnKalog in Aussicht. “Die Darstellung ist zwar auf allen Tablets identisch”, sagte Böker gegenüber macnews.de, “aber zum Beispiel für die Gestensteuerung müssen gerätespezifische Skripte integriert werden.”

Warum braucht man eigentlich so einen Blätterkatalog? Ist eine (Web-)App nicht viel schöner und bietet mehr? Wir meinen: Ja, zumindest bestehen theoretisch mehr Optionen. Aber: “Eine Tageszeitung, noch dazu mit mehreren Lokalteilen, hat meist gar nicht die Möglichkeit, für jede Version eine eigene Online-Ausgabe herzustellen”, klärt uns Böker auf. “Es gibt also nur die Möglichkeit, die gedruckten Inhalte eins zu eins zu übertragen.” Mit BlueCreator können zumindest noch multimediale Inhalte integriert werden, und der Leser muss kein Dokument auf sein Gerät herunterladen.

Weitere Themen: flash, iPad

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