Flash-Konkurrent SproutCore gewinnt an Boden

Thomas Konrad
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Das HTML5-JavaScript-Framework SproutCore könnte zukünftig deutlich an Popularität gewinnen: Zunehmend setzen Unternehmen auf den Flash-Konkurrenten, den Apple auch mit seinen iOS-Geräten unterstützt. Seit April existiert das Framework auch in einer Version für Multitouch-Geräte. Kürzlich verließ Charles Jolley, der Mann hinter dem Open-Source-Projekt Apple, um ein eigenes Unternehmen zu gründen: Er möchte sich vor allem um die Entwicklung von Web-Apps für Touchscreen-Geräte kümmern.

SproutCore dient dazu, Internet-Applikationen zu schaffen, die Desktop-Programmen in nichts nachstehen. Der Vorteil: Sie können Plattform-unabhängig und ohne Plug-in von jedem HTML5-fähigen Endgerät genutzt werden, so auch von Apples iPhone* und dem iPad. Somit steht SproutCore in Konkurrenz zu Adobes Flash-Technologie, die Apple auf seinen iOS-Geräten jedoch nicht unterstützt. Apple selbst hat große Teile der eigenen Web-Dienste MobileMe und iWork.com mittels SproutCore gestaltet. Wie sehr Apple auf die offene HTML5-Plattform setzt, hat Steve Jobs auch auf der diesjährigen WWDC-Keynote betont und verpasste Adobe damit einen Seitenhieb.

Jolleys neues Unternehmen, Strobe.Inc, konzentriere sich vor allem darauf, Firmen beim Umstieg von Maus-basierten Desktop Programmen auf mobile Touchscreen-Geräte zu helfen. Insbesondere Verleger könnten vom offen Framework profitieren: SproutCore bildet eine echte Alternative zur Flash-Plattform, die insbesondere das iPad nicht unterstützt. Das US-amerikanische Radio-Netzwerk NPR bietet bereits eine Web-Applikation an, die auf dem SproutCore Touch-Framework basiert.

Laut Jolley sei der Übergang zu Touch-Geräten dank SproutCore deutlich einfacher zu meistern. Auch Steve Jobs hat in einem offenen Brief betont, dass Flash nie eine Technologie für eine Fingereingabe war, sondern für die Maus geschaffen wurde. Dies ist mit ein Grund, warum sich Apple letztlich gegen Flash und für die offene HTML5-Plattform entschieden hat.

AppleInsider betont, dass Apple durch das Offenlegen von Projekten wie WebKit und WebCore maßgeblich daran beteiligt war, offene Web-Standards voran zu bringen. Schließlich basieren die meisten mobilen Webbrowser und Safari sowie auch Googles Desktop-Browser Chrome auf WebKit. Hinzukommt, dass nahezu alle modernen Browser sowie zukünftig Internet Explorer 9 die HTML5-Plattform unterstützen: gute Voraussetzungen also für SproutCore-Entwickler. 2011 sollen laut Jolley neben einer Art Interface-Builder eine Reihe neuer Tools für die Entwicklung von SproutCore Touch-Web-Apps erscheinen.

Der Markt für Rich-Internet-Applikationen, kurz RIAs, wächst stetig: Neben Adobe mit Flash sowie Flex und Microsoft mit seiner Silverlight-Plattform ist auch Apple mit drei weiteren Projekten daran beteiligt: AdLip, TuneKit, das unter anderem bei iTunes LPs Verwendung findet und Giandula.

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