Fortune: Hat Apple ein Scott Forstall-Problem?

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Ein Fortune-Leser hat Apples Karten mit einer offiziellen Liste aller Orte in der kanadischen Provinz Ontario verglichen. Das Ergebnis: Bei rund 2000 Orten lagen Apples Karten 551 Mal falsch, ließen einige Orte ganz vermissen. Jean-Louis Gassée, ehemaliger Chef von Apple Frankreich, kritisiert in diesem Zusammenhang iOS-Guru Scott Forstall.

Fortune: Hat Apple ein Scott Forstall-Problem?

Mithilfe eines Xcode-Scripts unterzog der kanadische Anwender Apples Karten einem Test.
In nur 400 Fällen lagen sie richtig, waren 389 Mal lediglich nah dran. Angesichts 551 falscher und 688 fehlender Daten fordert der Leser plakativ: Apple sollte sich von Scott Forstall trennen.

Fortune-Autor Philip Elmer-Dewitt stellt fest: Besagter Leser sei nicht der einzige, der mit dem Finger auf Forstall zeige. Jean-Louis Gassée wirft Forstall vor, Anwender nicht ausreichend auf die unausgereifte Karten-Eigenlösung vorbereitet zu haben. Im Gegenteil: Bei seiner Demo im Rahmen der iPhone 5-Keynote versprach er Nutzern den bislang “schönsten leistungsstärksten Karten-Dienst”.

In seinem Blog schreibt Gassée: Apple verspreche meist weniger, biete letztlich aber mehr. Im Falle von Karten sei allerdings das Gegenteil geschehen. Die Kritik der letzten zwei Wochen habe sich Apple selbst zuzuschreiben.

Fortune zieht Parallelen zur Vorstellung von Siri. Apple hatte den Sprachassistenten als Beta angekündigt. Forstalls Demos waren hingegen immer perfekt.

Forstall in der Kritik

Es ist fragwürdig, ob die gelegentlich aufkochende Kritik an Siri und die aktuelle Karten-Problematik alleine Forstall vorzuwerfen sind. Besonders gut kommt er jedoch auch nicht weg. Fortune zitiert aus Adam Lashinskys Buch “Inside Apple”: Forstall habe in den letzten Jahren einen großen Machtgewinn bei Apple verbuchen können. “Unverfroren” sei er dabei mitunter vorgegangen, auch oder vor allem in Zeiten, in denen Steve Jobs gesundheitsbedingt eine Auszeit nahm. Zu anderen Führungskräften bei Apple habe Forstall ein gemischtes Verhältnis: Er meide Meetings mit Jonathan Ive und Bob Mansfiel – es sei denn, Tim Cook ist ebenfalls anwesend. Fortune beruft sich hierbei auf ein Businessweek-Portrait aus dem vergangenen Jahr.

Deine Meinung ist gefragt: Riskiert Forstall Apples Qualitäts-Image? Sollte er die Dinge langsamer angehen oder liegen Fortune und Gassée mit ihrer Kritik völlig daneben?

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