Frische Apple-Patentanträge: GPS-Kalender und Kamera-Blockade

Flavio Trillo
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Apple versteht sich gut mit den Plattenlabels. iTunes ist der größte Markt für digitale Musik und dank iCloud könnten die Publisher künftig möglicherweise sogar an Raubkopien noch etwas verdienen. Da ist es nur fair, wenn Steve Jobs ihnen einen kleinen Gefallen tut und es ermöglicht, auf Konzerten die Videoaufnahme-Funktion auf iOS-Geräten per Infrarot-Signal zu deaktivieren. Außerdem könnten Kalender-Benachrichtigungen bald auch die aktuelle Verkehrslage berücksichtigen.

Der Antrag beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) mit der Nummer 20110128384 stammt aus dem Dezember 2009. Apple beschreibt darin eine Methode, einer Kamera mittels Infrarotsignalen Informationen zu einem Motiv zukommen zu lassen. Diese könnten zum Beispiel in einer Beschreibung bestehen, die dem Anwender dann auf dem Display seines Geräts angezeigt wird. Hierfür kommen natürlich insbesondere iOS-Geräte in Frage.

Ein mit der Kamera verbundener Mechanismus würde feststellen, ob in dem aufgenommenen Bild auch Infrarotsignale zu finden sind. Ist das nicht der Fall, zeigt das Display das Foto wie gewohnt und ohne weitere Zusätze an. Werden aber solche Signale empfangen, bieten sich mehrere Optionen: Entweder, dem Anwender stellen sich Zusatzinformationen dar, etwa zu Ausstellungsstücken im Museum oder Produkten in einem Geschäft.

Denkbar, und für die Musikindustrie sicher sehr interessant wäre aber auch die Möglichkeit, per Infrarotsignal einzelne Funktionen zu deaktivieren, nämlich die Foto- und Videoaufnahme bei Konzerten.

In einem weiteren Patentantrag befasst Apple sich mit der Terminierung von Benachrichtigungen zu Kalendereinträgen. Ereignisse sind momentan nur statisch planbar, das heißt man gibt eine bestimmte Zeit ein, die verstreichen soll, bis das Gerät klingelt oder vibriert um den Anwender über einen Termin zu informieren.

Mithilfe dieser Erfindung ließe sich die Zeit bis zur Erinnerung mithilfe von Variablen bestimmen. Dazu gehören die Verkehrslage, die aktuelle Position des Users sowie die daraus errechnete Zeit bis zur Ankunft am Treffpunkt. Gleichzeitig würde das System die optimale Route zum Ziel bestimmen und anzeigen.

Solch eine Funktion passt zu den Aussagen Apples, anonymisierte Positionsdaten der iPhone-Anwender zur Erstellung eines Verkehrsinformationsdienstes verwendet. Das Unternehmen hatte so die Sammlung von Geodaten verteidigt, die in den vergangenen Wochen für einigen Unmut unter Anwendern und Datenschützern gesorgt hatte. Steve Jobs ließ sich in einem Interview mit AllThingsDigital zähneknirschend in die Karten schauen und gab lediglich zu: “Wir erstellen mittels Crowdsourcing eine Verkehrsdatenbank und das ist alles, was wir sagen”.

Jetzt ist der passende Patentantrag zu dieser Behauptung veröffentlicht, der im November 2009 eingereicht wurde.

Weitere Themen: GPS, Kamera

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