Gesammelte Positionsdaten: Kunden klagen gegen Apple

Florian Matthey
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Die vom iPhone und iPad gesammelten Positionsdaten bescheren Apple nicht nur negative Schlagzeilen. Das Unternehmen muss sich in den USA nun auch einer Klage verärgerter iPhone- und iPad-Besitzer stellen. Die Kläger verlangen vor einem Gericht im US-Bundesstaat Florida den sofortigen Stopp der Positionsdatenerfassung. Auch wollen sie ihren Kaufpreis zurück.

Die Kläger Vikram Ajjampur und William Devito aus Florida und New York haben die Klage am 22. April in Tampa, Florida eingereicht. Sie beantragen eine vom Gericht zu erlassende Anordnung gegen Apple, die weitere Datenerfassung umgehend unterbindet. Aaron Mayer, einer der Anwälte der Kläger, vergleicht Apples Praxis mit der von Polizeibeamten: Apple verfolge, wo sich die iPhone- und iPad-Benutzer aufhalten. Ein Beamter brauche dafür eine richterliche Anordnung, Apple erfasse die Daten hingegen ohne eine entsprechende Erlaubnis. Die Kläger wollen den Kaufpreis zurückerstattet haben, weil sie ihre Geräte nicht gekauft hätten, wenn sie von Apples Datensammlungspraxis gewusst hätten.

Die Justizministerin Lisa Madigan des US-Bundesstaates Illinois will sich derweil mit Apple- und Google-Managern treffen, um mehr über die Datenerfassung von Smartphones zu erfahren. In Frankreich, Italien, Südkorea und auch in Deutschland erwägen Abgeordnete Gesetzesinitiativen, die Verbraucher stärker vor der Erfassung ihrer Positionsdaten durch Handys schützen.

iPhone und iPad-Modelle mit Mobilfunk-Chip speichern seit dem Update aufs iOS 4.0 die erfassten Positionsdaten auf dem Gerät ab: In einer auf dem iPhone oder iPad gespeicherten und beim iTunes-Backup übertragenen Datei befinden sich die Koordinaten, die das Gerät im Laufe der Monate erfasst hat. Allerdings handelt es sich nicht um vom GPS-Chip, sondern nur anhand der Mobilfunksender ermittelte Positionsdaten, die vergleichsweise ungenau sind. Darüber hinaus werden die Daten vom iOS-Gerät nicht an Apple übermittelt, sondern “nur” auf dem Gerät selbst und dem jeweiligen Rechner mit einem iPhone- oder iPad-Backup abgespeichert – dies allerdings unverschlüsselt, solange der Benutzer nicht die Option wählt, das Backup entsprechend zu sichern.

Eine ausführliche offizielle Stellungnahme von Apple bleibt noch aus. Apples CEO Steve Jobs soll allerdings wieder einmal via iPhone auf einem E-Mail eines verärgerten Kunden reagiert haben: Der iPhone-Besitzer verlangte vom Apple-Chef eine Erklärung über den Sinn der Datenerfassung, andernfalls werde er zu einem Android-Gerät wechseln, da diese entsprechende Daten nicht erfassten. Jobs’ Antwort: Doch, Android-Geräte sammeln Positionsdaten, Apple verfolge hingegen niemanden. Die sich aktuell im Umlauf befindenden Informationen seien falsch.

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