Google als Standardsuche in iOS: Apple lässt sich fürstlich entlohnen

Stefan Bubeck
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Die Standard-Suchmaschine in iOS ist Google – und das ist kein Zufall: Der Suchmaschinen-Betreiber überweist seit Jahren gigantische Geldbeträge an Apple, damit er seine privilegierte Position behalten darf.

Google als Standardsuche in iOS: Apple lässt sich fürstlich entlohnen
Bildquelle: Magicmockups

Letztes Jahr sorgte diese Meldung für Aufsehen: „Google zahlte 1 Milliarde US-Dollar für den Platz als Standardsuchmaschine in iOS“ – nun hat Toni Sacconaghi, Analyst bei Berstein, neue Infos. Aus der einen Milliarde, die 2014 geflossen ist, dürfte mittlerweile die dreifache Gebühr geworden sein. Warum überweist Google soviel Geld nach Cupertino?

Google-Suchmaschinen-Deal lässt bei Apple die Kasse klingeln

Sacconaghi, der als einer der wichtigsten Apple-Kenner gilt, hat sich detailliert über den Suchmaschinen-Deal geäußert, wie das Nachrichtenportal CNBC berichtet.
„Gerichtsdokumente belegen, dass Google im Jahr 2014 eine Milliarde US-Dollar an Apple gezahlt hat. Wir schätzen, dass diese Zahlungen im Geschäftsjahr 2017 auf drei Milliarden US-Dollar anwachsen werden.“

Google bezahlt also Apple dafür, dass die gleichnamige Suchmaschine die Standardeinstellung in iOS ist und bleibt. Genauer betrachtet, ist hier der Browser Safari auf iPhones und iPads gemeint. Denn wer den digitalen Assistenten Siri zu einer Suche im Internet auffordert, bekommt Ergebnisse von Bing, der Suchmaschine von Microsoft. So gesehen zahlt Google einen stattlichen Betrag für eine kleine Einstellung im Browser, die sich von den Benutzern jederzeit ändern lässt.

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Lustige Siri Sprüche

Der Analyst Sacconaghi ordnet die drei Milliarden US-Dollar von Google so ein: „Wenn man annimmt, dass diese Google-Zahlungen fast vollständig Gewinne für Apple darstellen, dann könnte Google allein für rund 5 Prozent des Apple-Gesamtbetriebsgewinns in diesem Jahr verantwortlich sein. Zudem dürfte man Google 25 Prozent des Gewinnzuwachses der letzten zwei Jahre zuschreiben.“ Googles Zuwendungen werden unter Apples Service-Sparte verbucht, diese ist unter anderem für iTunes, Apple Music, die App Stores aber eben auch „Lizenzierung“ zuständig.

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Mountain View braucht Cupertino – und umgekehrt

Google verdient Geld mit der Suche, genauer gesagt mit der personalisierten Werbung, die dem Benutzer eingeblendet wird. Jede Suchanfrage auf dem iPhone bringt Google eine kleine Einnahme ein. Sacconaghi schätzt, dass Apples iOS Geräte so bis zu 50 Prozent des mobilen Suchumsatzes bei Google generieren. Mit anderen Worten: iPhones bringen Google sehr viel Geld ein, also versucht der Konzern aus Mountain View, die Standardeinstellung unter iOS zu bleiben – und bezahlt dafür.

Sollte Google aus dem Deal aussteigen, könnte Apple eine Alternative (z.B. Bing) platzieren, würde aber vermutlich auch auf solch hohe Zuwendungen verzichten müssen. Gerüchte über direkte Gespräche zwischen Apples Tim Cook und Googles Sundar Pichai gibt es immer wieder, erst im März wurden die beiden CEOs heimlich beim gemeinsamen Abendessen im Silicon Valley abgelichtet. Was da wohl verhandelt wurde?

Quelle: CNBC

Weitere Themen: iOS 11, bing, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iPhone X, iPhone 8, iPhone 7s, iTunes Karte, Apple iPhone 7, Google

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