Grünen-Gutachten kritisiert MacBook Pro Retina und weitere Apple-Produkte

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In einem neuerlichen Gutachten, von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben, kritisieren die Autoren Stefan Schridde und Christian Kreiß, den vorzeitigen Verschleiß von Konsumgütern – auch bekannt als geplante Obsoleszenz. Beispielhaft wird hierbei unter anderem Apple als Verursacher aufgeführt.

Grünen-Gutachten kritisiert MacBook Pro Retina und weitere Apple-Produkte

Allen voran die Konstruktion des MacBook Pro mit Retina Display gilt als Versinnbildlichung dieser Ressourcenverschwendung. Im Bericht heißt es: „Das Gehäuse und/oder die eingebauten Komponenten sind verklebt. So wird ein Austausch von Komponenten oder eine Reparatur erheblich erschwert oder erheblich verteuert, da eine Fachwerkstatt in Anspruch genommen werden muss.“ Die Folge daraus: „Für Kunden kommt es hier meistens zum wirtschaftlichen Totalschaden.“ Daraus erwächst ein Handlungsbedarf für den Gesetzgeber, als Maßnahme schlagen die Autoren vor: „Ausweitung des Mangelbegriffs auf fehlende Reparierbarkeit.“

Natürlich gibt man nicht allein Apple die Schuld und sieht die Problematik auch bei den Mittbewerbern: „Verklebte Gehäuse und Komponenten gibt es auch bei anderen Produkten. Die vermeintlichen Kostenvorteile in der Herstellung werden hier zu Lasten der Kunden und der Umwelt ausgeweitet.“

Ein weiteres Beispiel betrifft die technischen Einschränkungen bei der Reparatur von Produkten. Zitiert wird das iPhone 4, bei dem Apple erstmals „Spezialschrauben“ verwendete: „Hersteller behindern die Möglichkeit zur Reparatur durch den Nutzer oder durch freie Werkstätten, indem sie Spezialschrauben verwenden (hier: Pentalope-Schrauben). Dadurch kann eine Reparatur nur mit Spezialwerkzeug durchgeführt werden. Dieses wird dann nur zertifizierten Partnerwerkstätten überlassen.“ Auch hierfür ergeht ein Ratschlag an den Gesetzgeber: „Gesetzliche Einschränkung der Nutzung von Spezialschrauben, Auflagen zur freien Verfügbarkeit des Spezialwerkzeugs.“

Ebenfalls Kritik übt der Bericht an den oftmals vorgeschobenen Kostengründen der Hersteller, die Qualitätssteigerungen angeblich nicht ermöglichten. Im Bericht heißt es dazu unter anderem: „Sogar bei High-Tech-Produkten wie dem iPhone 5 liegen die Material- und Produktionskosten lediglich bei anteiligen 28 Prozent.“ Ein Preisvorteil, den Apple nicht nur in ein besseres Produkt investieren könnte: „Nur nebenbei erwähnt sei hier, dass eine Verdopplung der Löhne bei der umstrittenen Herstellerfirma Foxconn (stellt iPhone5 für Apple her) den Stückpreis für ein iPhone lediglich um max. 10 EUR erhöhen würde. So könnten Kundenerwartungen an faire Produktionsbedingungen beim Hersteller mit geringen Preisaufschlägen ermöglicht werden.“

Zu den Autoren des Gutachtens: Stefan Schridde ist Initiator der Verbraucherschutzorganisation „Murks? Nein Danke“ und Christian Kreiß hat eine Professor für Wirtschaftspolitik an der Hochschule Aalen inne. Der vollständige Titel des Gutachtens trägt den Namen „Geplante Obsoleszenz / Entstehungsursachen – Konkrete Beispiele – Schadensfolgen – Handlungsprogramm“. Wer möchte, kann sich das Gutachten in voller Länge (100 Seiten) zur Gemüte führen und hier downloaden (PDF-Datei).

Bildquelle: iFixit.

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