H.264 gegen Ogg Theora: Open Source-Codecs könnten gegen Patente verstoßen (Update)

Tizian Nemeth
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Derzeit ist Apple-CEO Steve Jobs auf Konfliktkurs, nun ist auch die Free Software Foundation sein Ziel. In einer E-Mail teilt Jobs mit, dass derzeit ein Patentpool zusammengestellt würde, um Ansprüche gegen Ogg Theora, aber auch weitere Open-Source-Codecs zu sammeln. Wer da genau sammelt, lässt Jobs zwar offen, allerdings dürfte es sich dabei um die MPEG LA handeln. Das Unternehmen verwaltet Patentpools und zählt unter anderem Apple und Microsoft zu seinen Kunden. Unterdessen schickt sich der von Apple bevorzugte Standard an, Flash abzulösen – laut MacDaily gibt es im Internet inzwischen mehr H.264- als Flash-Videos.

Auch wenn der Apple-Chef in seiner E-Mail noch nicht offenkundig mit Klage droht, legt die Sammlung von Patenten einen solchen Schritt zumindest nahe. In seinem Schreiben begründet Jobs diesen Schritt damit, dass ‘Open Source’ nicht konsequenter Weise bedeute, dass solche Produkte nicht auch gegen bestehende Patente verstoßen können. Nach diesen sucht nun MPEG LA.

Die Antwort des Apple-CEOs folgt auf ein Schreiben von Hugo Roy von der Free Software Foundation. In diesem soll Roy bezugnehmend auf den offenen Brief von Jobs daraufhingewiesen haben, dass der von Apple verwendete H.264-Standard nicht “offen” sei, da man für diesen Lizenzgebühren an die MPEG LA entrichten müsse.

Neben Apple will mittlerweile auch Microsoft auf den H.264-Standard für die Verwendung in HTML5 setzen, während sich unter anderem Mozilla aufgrund der in einigen Jahren drohenden Lizengebühren für H.264 für den Open Source-Codec Ogg Theora entscheidet.

Offensichtlich will die MPEG LA nun demonstrieren, dass sich Entwickler bei der Verwendung offenen Quellcodes nie sicher sein können, ob im Nachgang von anderer Seite nicht noch Lizenzgebühren erhoben werden. Dies könnte auch die Entwicklung bestehender Software nachhaltig stören, wenn nicht sogar verhindern.

Derweil können Apple und Microsoft bei der Verbreitung ihres gewählten Standards H.264 gegenüber Flash einen Teilerfolg feiern. Wie MacDaily berichtet, ist der Anteil an Videos im H.264-Format gegenüber Flash-Videos deutlich gestiegen, mit 66 Prozent sollen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Internet-Videos den von Apple gewählten Standard verwenden – allerdings beziehen sich diese Zahlen auf Kunden von Encoding.com.

Chart: Encoding


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