HTML5-App-Store: Apple unterstützt Facebook

Flavio Trillo
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Facebook will offenbar mit einem eigenen App Store für plattformübergreifende HTML5-Anwendungen in direkten Wettbewerb mit Apple treten. In Anbetracht dieser Aussicht auf Konkurrenz hat Cupertino sich jetzt angeblich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Gleichzeitig hat für manche ein Krieg begonnen.

TechCrunch berichtete kürzlich, dass man bei Facebook einen Konkurrenten für den iTunes App Store plane. Ein Konzept, das gänzlich auf HTML5-Apps basiert, entwickelt unter Geheimhaltung von ein paar Duzend Programmierern. Kurz darauf seien bei verschiedenen Blogs und Newsseiten Pressemitteilungen von Facebook eingegangen, in denen die der Kurs des Unternehmens kontra Apple relativiert wurde.

“Es gibt einige Verwirrung aufgrund des gestrigen Artikels bei TechCrunch, insbesondere bezüglich der Falschaussage, wir würden uns gegen andere Unternehmen positionieren”. Aha, der HTML5-App-Store ist nicht “Anti-Apple”, sondern “Pro-Facebook”. Diese Informationen können zwar verwendet werden, so MG Siegler von TechCrunch, ihr Ursprung müsse aber ungenannt bleiben – ein unbequemer Knebel.

Darüber hinaus, so Sieglers Quellen, müssen alle beteiligten Entwickler künftig eine neue “Sicherheits-Funktion” einbauen, die Facebook stets den Überblick darüber verschafft, wer wann welche Teile des Projekts eingesehen hat. Zeitgleich wurden die Programmierer erneut daran erinnert, dass Project Spartan absoluter Geheimhaltung unterliege und sie niemandem außerhalb des Teams Informationen zukommen lassen dürfen.

Das bedeutet für ihn Krieg. Nicht zwischen Facebook und Apple, sondern zwischen der PR-Abteilung des sozialen Netzwerkes und den Journalisten. Siegler beschwört man eine epische Schlacht im Stil des Kampfes der Spartaner gegen die Athener herauf.

Doch was hat Apple nun mit dem Project Spartan zu tun, das angeblich den gesamten mobilen App-Markt erobern will? Nun, der Mac-Macher hilft dabei mit. Angeblich weiß man in Cupertino um das Geheimprojekt und unterstützt es sogar. Das klingt nicht nach jemandem, der um seine Marktposition bangen muss. Die Angst um scharfe Konkurrenz auf dem Gebiet der mobilen Apps scheint sich bei Apple also in Grenzen zu halten.

Vielmehr spiele die Verbreitung von HTML5-Inhalten Cupertino in die Karten. Schließlich bedeutet sie auch eine Schwächung von Flash im mobilen Sektor, ein erklärtes Ziel von Apple. Zudem arbeiten die beiden Unternehmen offenbar gemeinsam an einer lang ersehnten Facebook-App für das iPad, die den enormen Erfolg der iPhone-Variante nachahmen soll.

Ob Sparta in dieser Sache wirklich Athen gegenübersteht, oder ob ein mit Pathos gespickter Text sich einfach schöner präsentieren lässt als eine nüchterne Meldung über Marktzusammenhänge und die PR-Interessen großer Unternehmen, sei dahingestellt. In jedem Fall wird das Thema auch in den kommenden Wochen weiter spannend bleiben.

Weitere Themen: App Store, html5, Facebook

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