iBookstore: Klage gegen Apple und Verlage wegen Preisabsprachen

Florian Matthey
2

Die Juristen in Apples Rechtsabteilung können sich in diesen Tagen nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Während sich das Unternehmen in diversen Patentstreitigkeiten befindet, muss sich Apple nun auch für die Preisgestaltung im iBookstore vor Gericht verantworten. Die Kläger einer Sammelklage wollen sich gegen unzulässige Preisabsprachen Apples mit mehreren Verlagen wehren.

Die Klage wendet sich sowohl gegen Apple selbst als auch fünf der größten sechs Verlage in den USA – namentlich Hachette, HarperCollins, MacMillan, Penguin und Simon & Shuster. Die Kläger glauben an ein kollusives Verhalten der Beklagten, die die Preise für E-Books künstlich nach oben getrieben hätten, um ihre Gewinne zu erhöhen. Als Resultat der Absprache hätte auch Amazon seine zuvor vergleichsweise günstigen E-Books im Kindle Store erhöhen müssen.

Die Kläger bemängeln, dass sich Apple und die Verlage für das so genannte “Agenturmodell” entschieden hätten, das Apple als Vertreter für die Verlage auftreten lasse. Dieses verhindere, dass der neue, im Vergleich zum Buchdruck günstigere Vertriebsweg im Wettbewerb verschiedener E-Book-Anbieter die Preise nach unten treibe. Stattdessen seien die Preise sogar gestiegen.

Das Agenturmodell lässt die Verlage einen Preis für den jeweiligen Titel festlegen, während der E-Book-Store-Betreiber selbst eine zusätzliche Gebühr verlange – bei Apple sind es 30 Prozent. Amazon hatte Bücher hingegen zuvor zu selbst gewählten Preisen verkauft – auch, um den eigenen E-Book-Reader Kindle attraktiver zu machen. Das Zusammenwirken der Verlage hat nach Ansicht der Kläger in Folge der Einigung mit Apple aber dazu geführt, dass auch Amazon auf das Agenturmodell umsteigen musste.

Die Klage ging am gestrigen Dienstag bei einem Gericht in Kalifornien ein. Das Agenturmodell steht mit der Klage nicht zum ersten Mal in der Kritik: Britische Behörden prüfen die iBookstore-Preisabsprachen seit Anfang diesen Jahres, im Mai musste der E-Book-Anbieter BeamItDown Software seine iOS-App iFlow Reader wegen des von Apple im App Store erzwingenen Modells einstellen.

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz