In-App-Regeln noch nicht durchgesetzt: Apple arbeitet mit Entwicklern

Flavio Trillo
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Apple hatte im Februar neue Richtlinien für den In-App-Kauf vorgestellt und darauf hingewiesen, dass sie ab dem 1. Juli 2011 rigoros durchgesetzt werden. Allerdings ist dieses Datum verstrichen, ohne dass scharfe Konsequenzen für all jene Entwickler folgten, die sich bislang nicht an die Regeln halten. 

Die neuen Regeln sahen zunächst vor, dass Anbieter ihre Zusatzinhalte zu dem gleichen oder einem niedrigeren Preis über den In-App-Mechanismus des iTunes App Store verkaufen, wie sie es über ihre eigenen, externen Kanäle tun. Später wurden diese Abschnitte der Vereinbarungen überarbeitet. Jetzt dürfen keine Verweise auf externe Vertriebskanäle für Zusatzinhalte mehr in der App vorhanden sein.

Daraufhin meldeten einige Entwickler Protest an, das sie ihr Geschäftsmodell auf dieser Grundlage nicht mehr würden halten können. So etwa der Musik-Streamingdienst Rhapsody. Manche, wie etwa Amazon mit seiner Kindle-App sowie andere Hersteller von E-Book-Apps, verhielten sich dagegen still und schienen erst einmal abzuwarten, was nach dem 30. Juni 2011 passieren würde.

Vorerst passiert augenscheinlich überhaupt nichts. Entsprechend unangepasste Apps sind nach wie vor im App Store und wie man bei Macworld.com vernommen haben will, handelt es sich bei dem “Ultimatum” mehr um eine “grobe Zielsetzung”. Statt die Entwickler mit Ablauf der Frist “vor die Tür” zu setzen, arbeite Apple sogar mit einigen größeren App-Schmieden zusammen, um ihre Programme an die neuen Anforderungen anzupassen.

Wer jedoch nicht groß und wichtig genug ist, um gesonderte Aufmerksamkeit aus Cupertino zu erhalten, wird sich früher oder später an die geänderten Richtlinien anpassen müssen. Anderenfalls droht mit großer Sicherheit die Entfernung der App. Dabei sei die von Apple vorgeschriebene Art des In-App-Kaufes auch vorteilhaft für die Entwickler, so der Mac-Macher.

Schließlich biete man den Kunden durch das einfache Transaktionssystem einen Anreiz, zusätzliche Inhalte aus der App heraus zu kaufen. Seien es Spiel-Erweiterungen oder E-Books. Dafür behält das Unternehmen sich allerdings auch vor, 30 Prozent der In-App-Einnahmen einzubehalten. Eine Lösung, die bei den Verlagen nicht auf einhellige Zustimmung trifft – Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, kritisierte Apple kürzlich hart für seinen Kundenumgang.

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