iPad-Schöpfer: “Apple sollte Twitter kaufen”

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Mit einer Übernahme des sozialen Kurznachrichtendienstes Twitter könnte Apple verhindern, dass Google im toten Winkel überholt. Das meint zumindest Patrick Gibson, der damals an der Entwicklung des ersten iPad mitgewirkt hat. Apple brauche dringend Nachhilfe bei Web-Diensten.

iPad-Schöpfer: “Apple sollte Twitter kaufen”

„Google wird schneller besser beim Design als Apple es bei Web-Diensten wird“. So zitiert Gibson seinen Kollegen Tom Dale. Dieser Zustand lasse sich an mehreren Symptomen erkennen. Darunter der Umstand, dass ein einziges beliebtes Spiel (namens  — meine App der Woche aus dem dieswöchigen JFK-Podcast) das Game Center in die Knie zwingen konnte und die geradezu antiquierte Basis von iTunes Store und App Store.

Gibson nennt als Problem auch, dass der Apple Online Store offenbar nicht aktualisiert werden könne, ohne ihn vom Netz zu nehmen. Allerdings erkennt man hier schon bei beiläufiger Betrachtung, dass es offensichtlich jedes Mal für gesundes Aufsehen sorgt, wenn sich irgendwo in der Welt plötzlich die virtuellen Tore schließen.

Doch im Grunde führt seine Kritik an Apples Leistung bei Web-basierten Diensten auf eines hinaus: Steve Jobs und nach ihm Tim Cook haben sich nicht genug Know-How ins Haus geholt. Es fehle einfach an Expertise für Web-Engineering.

Derweil befindet Google sich auf der Überholspur und arbeite hart an seiner Schwäche: Design. Web-Dienste kann der Suchmaschinen-Riese aus Mountain View wie kein Zweiter, damit ist er groß geworden. Und auch wenn Android noch keinesfalls an allen Ecken hübsch aussehe, habe es sich in den letzten Monaten gemausert.

Für Apple bedeutet das, es muss sich etwas tun. Twitter scheint ein geeigneter Kandidat, um diese Lücke zu füllen. Stark skalierbare Web-Technologien kenne man dort nicht nur aus dem FF, man habe sie zum Teil sogar erfunden. Damit ergänzt das Unternehmen den Apple-Hersteller geradezu perfekt.

Nicht zuletzt könne auch Twitter von der Übernahme profitieren. Man würde sich einen komplizierten Börsengang sparen (der, wie man bei Facebook erlebt hat, auch gerne mal in die Hose geht) und könnte darüber hinaus die iAd-Infrastruktur nutzen, um die eigenen Bemühungen im Bereich Online-Werbung nach vorn zu bringen.

„Dieses Talent und diese Technologie könnte zweifelsohne dabei helfen, Apple und iCloud ins 21. Jahrhundert zu tragen“, meint Gibson. Gleichzeitig ahnt er jedoch, dass seine Vision so schnell nicht wahr wird. Twitter sei zu sehr davon überzeugt, bald auf eigenen Füßen viel Geld verdienen zu können. Und Apple leugne die eigenen Schwächen zu stark, um so viel Geld darin zu investieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Vorschlag geäußert wird. Sicher hat auch Tim Cook ihn schon in Erwägung gezogen — über eine ausreichende Barschaft verfügt er ja.

Was könnte daraus wohl werden, wenn Apple Twitter tatsächlich übernimmt? Wie würde sich der Kurznachrichtendienst ändern und was hätte Apple davon?

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