iPad sei Dank: Apple zweitgrößter Sensoreinkäufer, beflügelt Branche

Flavio Trillo
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Man könnte sagen, iPhone, iPad, iPod touch: alles misst. Denn das tun sie ständig – messen nämlich – und ebendiese Messgeräte und Sensoren im Inneren der iOS-Geräte haben Apple kürzlich dazu verholfen, weltweit zu den größten Einkäufern so genannter mikroelektromechanischer System (MEMS) Sensoren des Jahres 2010 zu gehören. Damit überholte das Unternehmen Nintendo in der Rangliste und liegt nun hinter Samsung. Der Einfluss Apples geht jedoch weit über seine eigenen Bestellungen hinaus.

Wie die Beobachter von iSuppli berichten, wuchs Apples Bedarf an Beschleunigungssensoren, Mikrofonen und Gyroskopen im Vergleich zum Jahr 2009 um 116,7 Prozent. Damit gab der Mac-Macher 195 Millionen US-Dollar für die kleinen Elektronik-Bauteile aus, 105 Millionen mehr als im Vorjahr. Samsung liegt noch knapp davor mit einem Jahr-zu-Jahr Wachstum von 46 Prozent und MEMS-Sensor-Einkäufen im Wert von 200 Millionen US-Dollar.

Bei gleich oder ähnlich bleibenden Wachstumsraten wird Apple diesen zweiten Platz also nicht all zu lange behalten. Der ausgeprägte Bedarf an iPads, iPhones und iPods stellt sicher, dass auch in Zukunft große Mengen verschiedenster Sensoren benötigt werden. Dabei ist Apples eigener Bedarf nicht das einzige, was bei den Herstellern für rosige Wangen sorgt.

“Apple hat MEMS-Märkte für Unterhaltungselektronik und Mobiltelefone weit über seinen eigenen Verbrauch hinaus geschaffen”, so Analyst Jérémie Bouchaud von iSuppli. Auch andere Hersteller integrieren aufgrund des großen Erfolges von iPhone und Co. in ihre Geräte vermehrt Gyroskope und Beschleunigungssensoren. Die Kunden wollen plötzlich auch in Samsung- und HTC-Smartphones die Funktionen, die Apple im iPhone anbietet.

Außerdem habe die Wiederbelebung des Tablet-Markts mithilfe des iPad dazu beigetragen, dass der Verkauf der kleinen Sensoren allein für solche Geräte bis 2015 ein Volumen von 200 Millionen US-Dollar erreichen könnte. Sollte Apple die steile Wachstumskurve halten können, wird die Branche dem Unternehmen am Ende dieses Jahres noch viel mehr Dankbarkeit schulden – Dankbarkeit im Wert von mehreren Millionen in harter Währung.

Bild: memx.com

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