iPhone weiter mit Aufwind: Smartphone-Wachstum stagniert

Matthias Schleif
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Smartphone-Sales
Konnte man Ende letzten Jahres noch davon ausgehen, dass der allgemeine Smartphone-Boom alle Beteiligten wie auf einer grossen Welle mitträgt, scheint sich mittlerweile ein anderes Bild abzuzeichnen. Vielen großen Herstellern geht es mittelgut bis schlecht. Als Messlatte des Erfolgs gilt natürlich Apple mit dem iPhone.

Einen scharfen, nicht-saisonalen und antizyklischen Einbruch der Smartphone-Auslieferungen, speziell bei Nokia und RIM, zieht Analyst Horace Dediu jedenfalls als Begründung für seinen prognostitierten Wechsel in eine “Ära des Wettbewerbs” heran, die den Zeiten des schnellen Geldes nun folgen würden.

Im Gegensatz zu den extremen Einbrüchen bei Nokia habe die Menge der Smartphone-Verkäufe bei Research in Motion (RIM) zwar nur stagniert, dennoch stehe neben Apple und Samsung auch HTC kurz davor, mindestens RIM zu überholen; und das bei etwa gleichbleibenden Gesamtstückzahlen. Dies zeige deutlich den zunehmenden Wettbewerb und spiegele den Wunsch der Kunden nach einem eineitlichen, klaren Konzept wider, so der Analyst von asymco.com weiter, weswegen auch Motorola und Sony-Ericsson nur leidlich mithalten könnten. Das Blackberry Betriebssystem von RIM und Nokias Symbian OS hält er sogar zunehmend für eine “Belastung für seine Besitzer”.

Sollten die Smartphone-Verkaufszahlen tatsächlich langsam ihren Höhepunkt erreicht haben, fragt sich, was für Microsoft übrigbleibt. Ab dem kommenden Herbst sollen die ersten Nokia-Phones mit Windows-Phone7 in den Handel gelangen, dann wird man vielleicht wieder neu bewerten müssen. Bisher müssen sich die Redmonder allerdings mit einer angeblich höheren Zufriedenheit ihrer Kunden begnügen (Android 50%, WP7 57%, iPhone 70%), denn sonderlich viel Geld können sie noch nicht damit verdienen. Wie die Blogger von SeattlePI ausgerechnet haben, waren das im letzten Jahr im Höchstfall 600 Millionen US-Dollar, eher etwas weniger. Das mag zwar für eine “normale” Firma ein guter Betrag sein, für ein Weltmarktgeschäft sind das eher “Peanuts”.

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Der dort zitierte Bernstein-Analyst Pierre Ferragu glaubt jedoch nicht daran, dass sich ein drittes “Ecosystem” neben den stark wachsenden Konkurrenten Apple und Google überhaupt etablieren lässt – schon gar nicht im Verbund mit dem angeschlagenen Nokia. Noch letzten Monat waren die Experten von der IDC zwar der Auffassung, Microsoft könne bis 2015 den zweiten Platz einnehmen und etwa 20% des Marktes mit einem “jumpstart” erobern, nun aber scheint es wahrscheinlicher, dass am Ende wieder Apple profitiert.

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