Was Apple in San Francisco vorstellt

Thomas J. Weiss

Am 8. Juni wird Apples Marketing-Chef Phil Schiller die WWDC in San Francisco eröffnen und dabei neben dem neuen Mac-Betriebssystem Snow Leopard – so viel ist sicher – ein neues iPhone ankündigen. Auch ein neues Betriebssystem für das Apple Smartphone wird während der rund einstündigen Auftaktveranstaltung um 19 Uhr unserer Zeit im Zentrum des Interesses stehen, eines Interesses weit über die Teilnehmerschaft der Entwicklermesse hinaus.

Seit Wochen versuchen sich Analysten, Medien und Blogs täglich, kurz vor der WWDC fast stündlich, mit immer neuen Informationen zu überbieten. macmagazin.de hat im Vorfeld verlässliche Quellen befragt und bringt Licht ins Dunkel.

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Schneller und mit neuer Kamera: Das neue iPhone

Es wird eine neue Generation des Apple-Smartphones geben. Der amerikanische Netzbetreiber AT&T nennt es intern “iPhone Video” – ob das auch Apples offizieller Name für das Gerät sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Allerdings weiß macmagazin.de, was drin steckt: ein schnellerer Prozessor, eine bessere Kamera mit 3,2 Megapixel Auflösung und ein Kompass, der für eine zuverlässigere Navigation sorgt. Optional gibt es das Gerät nun mit 32 Gigabyte internem Speicher. All dies bestätigen sichere Quellen.
Weitere Gerüchte zum Innenleben: Im Gehäuse könnte mit dem ARMv7 die Prozessor-Generation stecken, die auch den iPhone-Konkurrenten Palm Pre befeuert – dieser kommt zwei Tage vor der Keynote auf den Markt. Den internen Arbeitsspeicher könnte Apple von 128 Megabyte auf 256 Megabyte aufstocken und damit vor allem Spieleentwicklern entgegenkommen.
Die Geschwindigkeitssteigerung wird in jedem Fall dafür sorgen, dass iPhone-Besitzer nun auch Videos aufnehmen, sie versenden und im Internet veröffentlichen können.
Optische Veränderungen sind nur wenige zu erwarten, etwas dünner wir das neue iPhone sein. Apple setzt damit einen Trend fort, der seit Jahren bereits zu immer dünneren iPods geführt hat.

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Erscheinungstermin: 19. Juni, wenn Apple mitmacht

Die Telekom Mitarbeiter sind bereits für ein Release am 19. Juni geschult, dies bestätigen mehrere Quellen aus dem Umfeld des Netzbetreibers. In Gesprächen mit der Hotline wurde mehreren macnews.de-Lesern ein Angebot unterbreitet, ihren Vertrag jetzt noch zu verlängern und dabei für 39 Euro ein aktuelles iPhone 3G zu ergattern – am Ende des Monats erscheine dann der Nachfolger. Im Moment versuchen die Netzbetreiber weltweit, durch Preissenkungen und Sonderaktionen letzte iPhone 3G-Geräte loszuwerden, Orange in Österreich zum Beispiel mit einer halbierten Grundgebühr für das Vertragsmodell “Team Orange 39″.
Allerdings müssen die Netzbetreiber derzeit noch auf eine letzte Freigabe des Erscheinungstermins durch Apple warten, der Hersteller will sich dafür bis zur Keynote Zeit nehmen.

iPhone OS 3.0: MMS, Spotlight und mehr

Das neue iPhone OS 3.0 wird allen iPhone-Besitzern kostenlos zur Verfügung stehen, auch denen der ersten zwei Generationen. Viele der Funktionen sind bereits bekannt, da Apple inzwischen ganze fünf Vorversionen an Entwickler verteilt hat.
Das iPhone wird MMS empfangen und versenden können und sich als Modem an ein Notebook anschließen lassen, wenn der Netzbetreiber dies zulässt. Es wird Videos aufnehmen und sich als Diktiergerät benutzen lassen, ohne dass der Anwender dafür ein Extra-Applikation erwerben muss. Ebenfalls neu: Das iPhone fasst nun 180 Programme und lässt sich wie ein Mac systemweit mit Spotlight durchsuchen.
Noch nicht bestätigt sind Gerüchte, die eine Anbindung an das Nike+-System vorhersagen.

40.000 Apps sind nur der Anfang

Das neue iPhone OS 3.0 wird von einer neuen Version der Werkzeuge begleitet, die der Hersteller Entwicklern zur Verfügung stellt. Insgesamt 40.000 Programme stehen bislang für das Smartphone zur Verfügung, nach der WWDC wird deren Anzahl rasch weiterwachsen.
Navigationsgeräte fürs Auto bekommen dann virtuelle Konkurrenz: Apple erlaubt erstmals, sogenannte Turn-by-turn-Programme fürs iPhone zu entwickeln, sie machen aus dem Handy ein richtiges Navi.
Auch der oft geäußerten Kritik, man könne auf dem iPhone nicht mehrere Programme auf einmal betreiben, tritt der Hersteller mit dem neuen Betriebssystem entgegen: Ein sogenannter “Push-notification-Dienst” wird dafür sorgen, dass das iPhone über spezielle Server Informationen erhält, wann es eine Applikation öffnen soll. Ein Beispiel: Eine Chat-Nachricht kommt herein und die passende Chat-App geht auf.

Auch Spieleherstellern eröffnet das iPhone OS 3.0 neue Möglichkeiten: Über Bluetooth und das Internet können sich mehrere Gegner miteinander messen, Erweiterungen und neue Levels kaufen sie über eine neue Technik direkt aus der Software heraus hinzu. Die Abrechnung übernimmt Apple. Solche “In-app-Stores” dürften auch Herstellern anderer Programme entgegen kommen: E-Books werden sich auf diesem Wege ebenso erwerben lassen wie zahlreiche andere Inhalte.
Das neue iPhone-Betriebssystem sorgt für mehr Offenheit in allen Bereichen, auch Hardwarehersteller können es leichter anzapfen. Neben dem Markt für iPhone Apps dürften damit bald auch der Markt für Hardware-Erweiterungen boomen wie zu besten iPod-Zeiten.

Apple steht einmal mehr eine spannende Zeit bevor.

macnews.de – iPhone OS 3.0: Die Details zur neuen Beta
macnews.de – WWDC: Was wir wissen, was wir ahnen

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