iPod, iOS und der Weg zum Erfolg

Flavio Trillo

Höher, schneller, weiter — mit jeder Quartalskonferenz schafft Apple es, die Rekorde vergangener Jahre zu brechen und das nicht zu knapp. Woran das liegt? Einerseits an den immer warmsemmeliger verkauften Geräten iPhone und iPad. Andererseits spielten aber auch einige Schlüsselentscheidungen rund um iOS und iTunes eine große Rolle.

iPod, iOS und der Weg zum Erfolg

Dalton Caldwell, CEO von Mixed Media Labs, hält den Moment für besonders wichtig, in dem Apple sich entschloss, den iPod auch für Windows-Anwender attraktiv zu machen. 2002 sei die Software des damals noch frischen MP3-Players im Vergleich die beste am Markt gewesen. Auch wenn das in Anbetracht des Aufgebots der Konkurrenz von Creative und Archos nicht viel hieß.

Auch wenn dieser Schritt, die Apple-Exklusivität des iPod aufzuheben, in Cupertino möglicherweise nicht nur mit großem Beifall begrüßt wurde, war er Caldwell zufolge entscheidend für das Erreichen der Mobilmusik-Marktherrschaft.

Schließlich entkoppelte man damit die eigenen Anteile im Desktop-Bereich von denen im MP3-Player-Sektor. Man darf nicht vergessen, dass Mac OS X im Jahr 2002 um 3 Prozent hart kämpfen musste. Microsofts erdrückende Übermacht schien unüberwindbar. Indem Apple auch Bill Gates' Anhängern die Verwendung eines iPod ermöglichte, verschaffte der Hersteller sich Zugang zu einer riesigen potentiellen Kundschaft. Der iPod als Einstiegsdroge ins Apple-Universum.

Die zweite Strategie, mit der Apple sein iOS und das dazugehörige Ökosystem rund um iTunes stark gemacht hat, hat etwas mit Marktsegmentierung zu tun. Was das ist, kann man recht gut bei nahezu jedem Hersteller von Android-Geräten erkennen. Sie alle haben mehrere verschiedene Modelle im Angebot, zugeschnitten auf unterschiedliche Märkte, Geldbeutel, Berufsgruppen, Display-Vorlieben und Schnürsenkelfarben.

Jedes dieser Modelle will vermarktet, entwickelt, designt und über den Produktzyklus hinweg betreut werden, was einen enormen Aufwand erfordert. Im Gegensatz dazu gibt es stets nur ein aktuelles iPhone. Das Vorjahresgerät kann aufgrund gesunkener Herstellungskosten und gestiegener Produktionsroutine zu einem niedrigeren Preis angeboten werden.

Ob die Tragweite dieser Weichenstellungen den Verantwortlichen ihrer Zeit jeweils bekannt war, kann man nur vermuten. Jedenfalls haben sie dafür gesorgt, dass die iPad- und iPhone-Verkaufszahlen sich von Jahr zu Jahr verdoppeln und eine Investition in AAPL-Papiere zur rechten Zeit ein sanftes Ruhekissen bedeuten kann.

Weitere Themen: iTunes für Mac, iOS, ipod classic, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, App Store, Apple

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