iTunes nicht mehr in der Google-Suche vorne: Selbst Schuld, Apple

Sebastian Trepesch

Offenbar trägt Apple die Schuld, dass iTunes-Seiten und damit die iOS-Apps nicht mehr in der Google-Suche vorne erscheinen. Also kein böser Wille von Konkurrent Google? Davon geht ein Suchmaschinenspezialist aus.

iTunes nicht mehr in der Google-Suche vorne: Selbst Schuld, Apple

Vor gut einer Woche kam heraus, dass die iTunes-Vorschau in der Google-Suche nicht mehr auf den Top-Plätzen erscheinen. Das bedeutet: Wer nach einer iOS-App sucht, findet die passende Download-Seite über die Google-Suche nur schwer. Will Google dem Konkurrenten eines auswischen? Nein, der Suchmaschinenbetreiber gestand schnell die technischen Probleme.

Sistrix, ein Suchmaschinenoptimierungs-Spezialist aus Bonn, hat das Problem mit der firmeneigenen Toolbox analysiert. Das Unternehmen fand heraus, dass Apple nach rund 50.000 Anfragen mit der gleichen IP-Adresse nur noch den Fehlercode „403 (Forbidden)“ ausliefert. Darin liegt ihrer Ansicht nach das Problem der Google-Suche, denn auch der Googlebot dürfte diesen Status erhalten. „Man muss ganz klar sagen, dass die Probleme hausgemacht sind und eindeutig von Apple verursacht wurden“, so Sistrix-Geschäftsführer Johannes Beus im firmeneigenen Blog. Er bezeichnet das Ausliefern des 403-Status als einen „harten SEO-Fehler“.

Apples Vorgehen vermutlich Absicht

Ist das aktuelle Vorgehen ein Fehler oder Absicht? Gegenüber GIGA nennt Sistrix Vermutungen, warum Apple nach häufigen Anfragen vielleicht absichtlich auf den 403-Code wechselt: Wahrscheinlich will Apple damit Crawler und Scraper ausschließen. Schließlich gibt es immer mehr Anwendungen und Dienste, die Informationen und Auswertungen über den iTunes Store anbieten. Das wurde Apple anscheinend zu viel.

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Abgerutscht auf Konkurrenz-Niveau

Die Folgen: In den Suchmaschinen ist Apple deutlich abgerutscht. So deutlich sogar, dass die Stärke der Domain itunes.apple.com (also die Vorschau-Seiten für den iTunes-Store mit Apps, Musik etc.) mit der Konkurrenz play.google.com (also das Pedant für die Android-Nutzer) gleichzieht. Das hat Sistrix mit dem Sichtbarkeitsindex eruiert, der zum Bewerten von SEO-Maßnahmen und Erstellung von Wettbewerbsanalysen dient. Je höher der Wert ist, umso mehr Besucher gewinnt die Domain erwartungsgemäß über Google.

In Zahlen: Seit Anfang Februar sank der Wert der iTunes-Subdomain von 170,6 Punkten auf 29,86 Punkte, erklärte uns das Unternehmen in einer Mail vom 3. April.

Da Google das schlechte iTunes-Ranking als “technisches Problem” bezeichnet hat, kann vermutet werden, dass der Suchmaschinenbetreiber selbst eine Lösung sucht und nicht auf eine Änderung durch Apple wartet.

Grafiken: Sistrix

Weitere Themen: iTunes für Mac, App Store, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iOS, The Swift Programming Language – Handbuch , Google

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