Keine Steuerfreiheit für Apple: US Uncut fordert zu Protesten auf

Flavio Trillo
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Wenn eines der wertvollsten und wohlhabendsten Unternehmen der Welt sich Steuererleichterungen zu erkaufen versucht, stößt das selten auf großen Zuspruch bei den Bürgern. In den USA sorgt Apples Engagement für eine Lobbykampagne namens Win America Campaign (WAC) derzeit für Aufruhr. Der viral organisierten Protestgruppe US Uncut zufolge will das Unternehmen so erreichen, 4 Milliarden US-Dollar weniger Steuern zu zahlen.

Steuerflucht kommt bei der Bevölkerung selten gut an. Das gilt insbesondere in einem Amerika, das vor nicht all zu langer Zeit nur knapp verhindern konnte, dass die Regierung mangels Haushaltsplan ihre Tätigkeit einstellen musste. Doch viele große Unternehmen riechen die Chance, enorme Summen vor dem Staat zu “retten” und so unterstützen unter anderem Microsoft, Oracle Google und Adobe zusammen mit Apple die Win America Campaign.

Die WAC will dafür sorgen, dass der US-Senat ein Gesetz zur teilweisen Steuerbefreiung verabschiedet. Der “Freedom to Invest Act” erlaubt es denjenigen Unternehmen, die im Ausland Güter und Dienstleistungen verkaufen, für eine gewisse Zeit weniger Steuern zu zahlen. Das gesparte Geld solle anschließend in den USA investiert werden, wovon alle profitieren würden, so die geistigen Väter des Gesetzesentwurfes. Insgesamt könnten dem Fiskus auf diese Weise bis zu 1 Billion US-Dollar durch die Lappen gehen.

US Uncut heißt eine Gruppe, die sich gegen den Vorstoß der Großverdiener stellt. Nach dem Motto “iLove Apple but iHate the Tax Cheat” (“Ich liebe Apple aber ich hasse Steuer-Schummler”) wenden sie sich gegen eine mögliche Ersparnis Apples in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar und argumentieren, dass niemand am Ende etwas gewonnen habe. Außer natürlich die großen Unternehmen, die ihr Geld zu einem Satz von lediglich 5,25 statt 35 Prozent versteuern müssten. Allein Apples Ersparnis könnte für die Bezahlung von 90.000 Lehrkräften verwendet werden, so die Gruppe.

Am 4. Juni nimmt US Uncut Apple ins Visier. Viele Mitglieder haben sich über das Internet und soziale Netzwerke zu Aktionen in Apple Stores verabredet. Dort wird getanzt, gesungen und protestiert um die Öffentlichkeit und ganz besonders die Apple-Kunden auf das Problem aufmerksam zu machen. Ob sie damit Erfolg bei einem Unternehmen haben werden, dass bekanntermaßen wenig auf Marktforschung und Fokus-Gruppen gibt, bleibt abzuwarten.

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