Kosten gesenkt: Apples Gewinnmarge wächst zulasten der des Zulieferers Foxconn

Florian Matthey
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Apple ist bekannt dafür, eine ungewöhnlich hohe Gewinnmarge erzielen zu können. Dafür muss das Unternehmen offenbar viel Druck auf seine Geschäftspartner ausüben: Während Apple seine Marge seit dem Start des ersten iPhones im Juni 2007 stetig vergrößern könnte, ging die des Zulieferers Foxconn in einem vergleichbaren Maß zurück – nachdem Apple wiederholt Preissenkungen verlangt hatte.

Laut Bloomberg soll Foxconn seine Preisvorstellungen mehrmals nach unten korrigiert haben, um weiterhin iPhones und iPads für Apple produzieren zu können. Die Gewinnmarge der Hon-Hai-Tochter war bereits ab Juni 2007 rückläufig, seit der Veröffentlichung des ersten iPads im April 2010 ging sie noch stärker zurück. Apples Gewinnmarge konnte sich in den letzten fünf Jahren hingegen mehr als verdoppeln. Hon Hai sei “bereit, seine Marge zu opfern”, um ein höheres Volumen an Bestellungen zu bekommen, so der Yuanta-Financial-Analyst Vincent Chen.

Der Zulieferer Foxconn geriet in der Vergangenheit wiederholt wegen Selbsttötungen seiner Mitarbeiter in die Schlagzeilen. Als Grund für die Suizide gelten schlechte Arbeitsbedingungen wie zahlreiche Überstunden bei niedriger Bezahlung. Die Öffentlichkeit kritisierte unter anderem auch Apple dafür, durch die Verlagerung seiner Produktion nach Asien seine Kosten zu reduzieren, sich aber nicht um die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der Zulieferer zu kümmern.

Apple veröffentlichte im Zuge dessen unter anderem im Februar 2010 und 2011 einen Bericht zur Einhaltung von Arbeitsrichtlinien, in der das Unternehmen seine Bemühungen um Verbesserungen von Arbeitsbedingungen – unter anderem durch Audits einzelner Betriebe – beschreibt.

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