Lodsys-Rechtsstreit: Apple lässt Entwickler im Stich

Katia Giese
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Einen medienwirksamen Rüffel hat sich Apple in dieser Woche von der Electronic Frontier Foundation (EFF) eingehandelt, die Cupertinos Umgang mit dem Patentstreit bei In-App-Verkäufen kritisieren. “Wir erwarten, dass Apple sich für seine Entwickler einsetzt, die die von Apple verlangte Technik verwendeten und nun dafür verklagt werden”, heißt es von der Nichtregierungsorganisation, die sich mit Rechten im Internet befasst und sich derzeit intensiv der Klage der Firma Lodsys gegen eine Vielzahl von App-Entwicklern widmet.

Bis zum Ablauf des Patents im Jahre 2023 verlangt Lodsys 0,575 Prozent des Verkaufserlöses für jede In-App-Transaktion. Das Recht hierzu sieht das Unternehmen in seinem bereits 1992 registrierten Patent “Methods and Systems for Gathering Information from Units of a Commodity Across a Network”, welches in Grundzügen das Konzept der Aufwertung einer Lite- auf eine Vollversion enthält. “Die meisten Entwickler, die diese Technik nutzen, haben gar nicht die Ressourcen um sich gegen die Klage zu verteidigen”, empört sich EFF und fordert Apple auf, Partei für seine Entwickler zu ergreifen.

Schließlich hat Apple sich die Technik von Lodsys lizensieren lassen, die Zulassung schließt allerdings die Entwickler nicht mit ein. Momentan beschränkt sich Cupertinos Reaktion darauf, keine neuen Apps mit In-App-Kauf mehr zuzulassen. Offen zu der juristischen Problematik geäußert hat sich aber noch niemand bei Apple. EFF sieht hier eine ungerechte Lastenverteilung zum Nachteil der Entwickler und versucht, öffentlich Druck auf Apple auszuüben, diese in Schutz zu nehmen.

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