Mobile Werbung mit iAd: Hübsch, aber noch zu teuer

Flavio Trillo
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iAd, Apples Werbeplattform, kostete erst 1 Million, dann 500.000, dann 300.000 US-Dollar pro Kampagne. Für Entwickler fallen davon 60 Prozent ab, wenn sie die Werbung in ihre Apps einbauen. Trotz der Preissenkung ist die Industrie aber skeptisch, ob teure Werbung auf einer einzigen Plattform die nötige Reichweite bringt. Dennoch hilft iAd der mobilen Werbebranche.

Mit zu hohen Erwartungen seien alle Beteiligten an die Plattform herangetreten, meint Analyst Noah Elkin gegenüber Bloomberg. Apple versprach sich deutlich mehr zahlungsfreudige Werbekunden, die Entwickler mehr Umsätze. Beide Hoffnungen wurden trotz attraktiver Gestaltungsmöglichkeiten über den praktischen iAd Producer und dem mit der Plattform verbundenen Prestige nicht erfüllt.

Allerdings konnte Apple immerhin einen Fuß in die mobile Werbebranche setzen, die dem Unternehmen “stets eine kleine Umsatzquelle” sein wird, so Elkin. Darüber hinaus habe iAd auch der gesamten Branche Tür und Tor für hochkarätige Mobil-Kampagnen geöffnet.

“Man kann jetzt zu einem Automobilhersteller gehen und eine mobile Werbekampagne für 1 Million oder 500.000 US-Dollar vorschlagen und es ist realistisch”, freut sich Krishna Subramanian von der Werbebörse Mobclix. Das ist aber nicht die Regel, weswegen sich viele Kunden plattformübergreifenden Anbietern wie Googles AdMob zuwenden. Am Ende zählt eben doch die Reichweite, nicht das Ansehen der Plattform.

So sind inzwischen einige der frühen iAd-Kunden, wie die Warenhauskette J.C. Penney oder die Citigroup abgesprungen. Vielleicht kehren sie irgendwann wieder zurück zu Apple, das schloss keines der beiden Unternehmen aus. Offenbar wartet man auf die nächste Preisanpassung, wenn Cupertino merkt, dass tolles Design und Interaktivität nicht die begrenzte Zielgruppe der iOS-Anwender aufwiegen kann.

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