Mobilfunkbetreiber: Apple und Google sollen sich an Netzwerkkosten beteiligen

Thomas Konrad
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Weil der Datenverbrauch im mobilen Internet stetig ansteigt, sollen sich Dienstleister wie Apple, Google und Facebook an den Kosten für den Ausbau von Mobilfunknetzen beteiligen. Das fordern europäische Mobilfunkbetreiber, darunter France Telecom, Telecom Italia und die Vodafone Group. 

Stephane Richard, CEO von France Telecom, spricht auf der Le Web-Konferenz in Paris gar von einer Datenflut, die die Mobilfunknetze überschwemmt. Für diese Datenflut sollen Apple und Co. nun bezahlen. Laut Richard könnten sich angesichts wachsender Nutzer-Zahlen Investitionen in den Ausbau von Netzwerken nicht mehr lohnen, da die Einkünfte zurückgehen würden.

Das Marktforschungs-Unternehmen IDC rechnet mit einem Rückgang der Einkünfte pro Kunde um ein Prozent im Jahr. Dagegen sollen die Kosten für Mobilfunknetze um 28 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar steigen.

France Telecom CEO Richard bezeichnet die Datenflut zwar als gut, hält sie aber für eine Herausforderung. Sie stelle das Geschäftsmodell für mobile Daten in Frage. Für Endkunden könnte die Nutzung mobiler Daten in Zukunft teurer werden. Man werde, so Richard, schrittweise von Flatrate-Angeboten hin zu einem “ausgeklügelteren” System übergehen. Diese Ansicht teilt auch Rosalind Craven, Analystin bei IDC.

Giuseppe de Martino vom  Online-Videoservice Dailymotion weist die Forderungen der Mobilfunkbetreiber zurück: 40 Prozent der Ausgaben gehen ohnehin an die Netzbetreiber. Wenn sie die Kosten für Datennetze mit den Dienstleistern teilen wollen, sollte man auch die Einnahmen der Mobilfunkbetreiber teilen.

Bild: Bloomberg

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