Musik-Downloads dürfen nicht weiterverkauft werden: Gerichtsurteil gegen ReDigi

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Kunden tauschen ihre Musik-Downloads legal aus – ein mögliches Verfahren beschreibt Apple in einem Patentantrag aus diesem Jahr. Das aktuelle Urteil eines US-Gerichts könnte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung machen: Heruntergeladene Songs dürfen nicht “gebraucht” weiterverkauft werden.

Musik-Downloads dürfen nicht weiterverkauft werden: Gerichtsurteil gegen ReDigi

Ein US-Gericht vertritt die Ansicht, dass legal erworbene, aus dem Netz geladene Musik nicht weiterverkauft werden darf (Urteilstext auf allthingsd.com). Und das, obwohl die früheren Besitzer die Songs von ihrer Festplatte löschen: ReDigi.com bietet eine Plattform an, die ein derartiges Verfahren unterstützt: Nutzer verkaufen und kaufen „gebrauchte“ Musik. Eine Software überprüft die zu verkaufende Musik und löscht sie von der Festplatte. Somit wechseln Alben ähnlich wie bei dem Gebrauchtverkauf einer CD den Besitzer. Nur eben virtuell, statt über einen physischen Datenträger.

Capitol Records hat gegen das Modell von ReDigi geklagt, und Recht bekommen.

Vor ein paar Wochen haben wir auf GIGA einen Patentantrag von Apple vorgestellt, der ein ähnliches Konzept schildert: Endverbraucher können demnach ihre Musik verleihen und verkaufen. Clou an dem Patent: Dies könnte sogar direkt von iOS-Gerät zu iOS-Gerät ermöglicht werden. Dies dürfte nach dem Gerichtsurteil nicht so umgesetzt werden können.

Heise.de geht davon aus, dass das Urteil sogar Online-Musikspeicher wie Google Music in Gefahr bringen könne. Grund: Im Urteil gegen ReDigi wird die Übertragung der Song-Datei als Reproduktion und damit als illegaler Kopiervorgang angesehen.

Doch in Europa müssen wir ein Ende derartiger Dienste weniger befürchten. Der Europäische Gerichtshof hat im letzten Jahr klargestellt, dass Computerprogramme gebraucht weiterverkauft werden dürfen. Und zwar nicht nur, wenn sie der Erstnutzer auf einer physischen CD kaufte, sondern auch, wenn es ein Download war. Eine Reproduktion, wie sie vom US-Gericht bemängelt wird, ist auch hier nötig. Für Musik könnte somit ähnliches gelten.

Auf dem Kindle von Amazon ist der Verleih von virtuellen Gütern möglich: Kunden können ein Buch an einen anderen Kindle-Besitzer verleihen und während dieses Zeitraums die Datei nicht selbst öffnen. Der Händler hat sich hierfür die Erlaubnis der Verlage eingeholt (und deshalb ist das Verfahren nur für wenige Titel verfügbar). Natürlich könnte auch Apple versuchen, mit Lizenzinhabern neue Vereinbarungen treffen, die den Weiterverkauf von Musik gestatten.

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