Nach Urteil im Patentkrieg: Samsung will Apples Zulieferer bleiben

von

Das Samsung-Management dürfte in diesen Tagen auf Apple nicht so gut zu sprechen sein – immerhin hat das Unternehmen in einem wichtigen Gerichtsverfahren um mutmaßliche Patentverletzungen verloren. Gleichzeitig ist Apple aber ein wichtiger Abnehmer von Samsung-Komponenten – woran sich auch erst einmal nichts ändern soll.

Nach Urteil im Patentkrieg: Samsung will Apples Zulieferer bleiben

Die Nachrichtenagentur Reuters greift die besondere Beziehung zwischen Apple und Samsung auf: Während die Unternehmen als Hersteller von Smartphones und Tablets derart stark in Konkurrenzkampf treten, dass sie sich vor zahlreichen Gerichten der Welt gegenseitig verklagen, ist Samsung einer der wichtigsten Hersteller für Komponenten von Apple-Produkten.

Samsung-Komponente befinden sich nicht nur in Form von Arbeits- und Flash-Speicher sowie Displays in Macs, sondern auch im iPhone und iPad, die mit Samsungs eigenen Android-Produkten konkurrieren. Besonders wichtig ist außerdem die Tatsache, dass auch die A4-, A5- und A5X-Prozessoren im iPhone, iPad, iPod touch und Apple TV von Samsung stammen.

Apple ist in diesen Bereichen Samsungs größter Abnehmer; der Umsatz, den die Koreaner mit Komponenten machen, soll im nächsten Jahr bei bis zu 13 Milliarden US-Dollar liegen können – und mit 2,2 Milliarden Dollar acht Prozent des Gewinns der gesamten Gruppe ausmachen.

Die Unternehmen stehen also in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Reuters hebt hervor, dass an dem Samsung-Krisentreffen nach der Urteilsverkündung der Vizevorsitzende Choi Gee-sung und der Mobilsparten-Chef JK Shin teilnahmen, nicht aber der CEO Kwon Oh-hyun oder der Samsung-”Kronprinz” und COO Lee Jay Y. Kwon Oh-hyun war zuvor Chef der Samsung-Komponenten-Sparte und kümmert sich laut Reuters auch heute noch in erster Linie um diesen Bereich.

Samsung habe einen “Schutzwall” (“Firewall”) zwischen der Mobilsparte und der Komponenten-Spare errichtet, die Geschäftsbereiche sollen sich nicht gegenseitig beeinträchtigen. Ein Samsung-Manager, der an dem Treffen teilgenommen hat, erklärte der Nachrichtenagentur, dass der Komponenten-Vertrag mit Apple von allen Gerichtsverfahren getrennt bleiben werde.

James Song, ein Analyst von KDB Daewoo Securities, betonte allerdings, dass Apple Samsung brauche, um das iPhone und iPad herstellen. Samsung könne so auch Druck auf Apple ausüben. Der Patentexperte und Lobbyist Florian Mueller betonte seinerseits, dass Apple “nicht so dumm” sei, die Verträge mit Samsung zu riskieren. Die Verträge seien sicherlich so ausgestaltet, dass Samsung zu Lieferungen gezwungen sei. Samsung andere Abnehmer wie Nokia, HTC und Sony, die auf dem Smartphone-Markt ebenfalls mit dem Unternehmen konkurrieren, würden außerdem Vertrauen an das Unternehmen verlieren, wenn es sich mit Apple überwerfen würde.

Müller hebt auch hervor, dass Apple sich in den Zeit der Rechtsstreitigkeiten mit Samsung, die nun schon zwei Jahre anhalten, auch nach Alternativen umsehen konnte. Letztes Jahr hieß es beispielsweise, dass Apple seine Mobil-Prozessoren in Zukunft auch von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) herstellen lassen könnte.

Bisher ist es dazu aber noch nicht gekommen, die Chips stammen immer noch von Samsung. Solange Samsung die beiden Bereiche wirklich komplett separat behandelt, dürfte die Beziehung zwischen den beiden Unternehmen weiterhin sowohl Freundschaft als auch Feindschaft beinhalten.

Display beim iPhone kaputt? Kein Problem: Reparier es selbst mit dem GIGA & Fixxoo DIY-Set für die iPhone Display-Reparatur - schnell, einfach und preiswert!

Weitere Themen: iMac mit 5K Retina Display, iTunes Karte, iPhone 4s, Apple Lightning, iPhone 3GS, iPad Air, Fingerabdruckscanner, iPad maxi, iPod Touch 4, Samsung


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

Anzeige
GIGA Marktplatz