Neues Umweltziel: Apple will Rohstoffe nur noch aus Recycling gewinnen

Florian Matthey
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Am Samstag ist „Earth Day“. Zu diesem Anlass hat sich Apple ein neues, ambitioniertes Umweltziel gesetzt: Das Unternehmen will mittelfristig keine Rohstoffe mehr aus Minen beziehen, sondern Produkte nur mittels Recycling herstellen.

Neues Umweltziel: Apple will Rohstoffe nur noch aus Recycling gewinnen

Apple veröffentlicht neuen Umweltbericht zum Earth Day

Wenige Tage vor dem Earth Day hat Apple seinen jüngsten Umweltbericht veröffentlicht. In diesem beschreibt Apple Fortschritte bei bereits bekannten Zielen – beispielsweise dem Ziel, 100 Prozent der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Hier hat Apple bekanntlich schon einen Wert in Höhe von 96 Prozent erreicht und ermutigt Zulieferer, sich ebenfalls ein solches Ziel zu setzen.

Neues Ziel: 100 Prozent Rohstoffe aus Recycling

Neu ist aber das Ziel, keinerlei Rohstoffe aus Minen mehr beziehen zu müssen: Stattdessen möchte Apple beispielsweise für ein neues iPhone ausschließlich auf die in vorhandenen iPhones verbauten Materialien setzen und den Rest der benötigten Rohstoffe von Dritten beziehen, die solche Materialien ebenfalls über Recycling gewinnen. Dieses Ziel verkündet Apple sowohl in dem Bericht als auch auf der aktualisierten Umwelt-Website.

In einem Interview mit VICE erklärt Lisa Jackson, Apples Vizepräsidentin für den Bereich Nachhaltigkeit und Regierungsgeschäfte, dass sich Apple hier ein ambitioniertes Ziel gesetzt habe: Normalerweise verkünde Apple Ziele nur dann, wenn man bereits wisse, wie man sie erreichen wird. Das sei dieses Mal aktuell noch nicht der Fall – daher sei Apple „etwas nervös, aber wir denken, dass es sehr wichtig ist, denn das ist ein Sektor, wo die Technologie nach unserer Auffassung hingehen sollte“.

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Apple-Vize laviert beim Thema Reparaturen

Ein Punkt, in dem sich Apple in Sachen Nachhaltigkeit immer wieder Kritik anhören muss, ist der Faktor Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte: Das Unternehmen versucht, Kunden jedes Jahr zu einem iPhone-Upgrade zu bewegen und konstruiert Geräte auf eine Art und Weise, die bei dem Defekt einer Komponente gleich den Austausch zahlreicher Komponenten nötig macht – man denke beispielsweise an fest verlöteten Arbeitsspeicher in MacBooks oder gar iMacs.

Hier antwortet Jackson eher ausweichend: Es sei wichtig, dass Produkte langlebig sind, „und viele Leute kaufen Apple-Produkte, weil sie wissen, dass sie halten“. Es sei einfach, zu fordern, dass Kunden ihre Produkte selbst reparieren können sollten, aber Technologie sei nunmal sehr komplex. Es sei schwierig, sie zum Laufen zu bekommen; man müsse Sicherheit und Datenschutz gewähren und dass Anbieter nicht schlechte Komponenten verkaufen. Man brauche daher zertifizierte Reparaturen. Warum zumindest diese nicht die Möglichkeit bekommen sollten, defekten Arbeitsspeicher auszutauschen, ohne gleich das ganze Logic Board wechseln zu müssen, bleibt aber unbeantwortet.

Quelle: Vice, Apple via Mac Rumors

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