NFC-Technologie: Zusammenfassung und Ausblick

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Spätestens seit den einschlägigen Apple-Patentanträgen und diffusen Gerüchten aus Fernost ist die Nahfeldkommunikation (Near Field Communication, NFC) in der Apple Welt ein Begriff. Das iPhone 5 soll bereits mit einem entsprechenden Chip ausgestattet werden, möglicherweise kommt auch das iPad 2 mit integrierter NFC-Technologie auf den Markt. macnews.de wirft einen Blick hinter die Kulissen und fragt, was NFC eigentlich genau ist und wie die Chancen wirklich stehen, dass diese Technik bald unseren Alltag erobert.

Vor wenigen Wochen zitierte Bloomberg einen Analysten, der angeblich die Integration von NFC-Chips in iOS Geräten noch in diesem Jahr für sehr wahrscheinlich hielt. Jetzt meldete sich der betreffende Experte Richard Doherty selbst zu Wort und erklärte, all das sei so nicht gemeint gewesen. Vielmehr habe er sich selbst lediglich auf Gerüchte gestützt. Diese fußten wiederum auf Spekulationen von Mitarbeitern asiatischer Unternehmen, die ab und zu Komponenten an Apple lieferten und ihrerseits mit App-Entwicklern gesprochen hätten. Selbst für ein iPhone-Gerücht ist diese Informationskette reichlich schwach.

All die Aufregung entpuppt sich also vorerst nur als lauwarme Luft. Dennoch bleiben einige Anhaltspunkte, darunter einschlägige Patentanträge aus Cupertino sowie diverse Meldungen vom Mobile World Congress in Barcelona, die aus einer baldigen Integration der NFC-Technologie in iOS-Geräten mehr als nur vage Spekulation machen.

So kündigte die Deutsche Telekom heute das Mobile Wallet, ein bargeldloses Bezahlsystem auf NFC-Basis, noch für dieses Jahr an. Auf dem Messestand in Barcelona sei während der Präsentation sogar der Name Apple gefallen, allerdings taucht das Unternehmen in der Pressemitteilung der Telekom nicht mehr auf. Auch anderswo bereitet man sich auf ein NFC-reiches Jahr 2011 vor.

Das Münchener Unternehmen Giesecke & Devrient, das sich weltweit als Experte für Sicherheits-Technologie und Banknotendruck etabliert hat, meldet eine Kooperation mit NXP Semiconductors um die NFC-Technologie möglichst sicher und effizient an den Endverbraucher zu bringen. Dank einer Kombination aus Hardware- und Software-Elementen, die ihren Teil zur Sicherheit der Übertragung beitragen, lasse sich NFC in jedes beliebige Gerät integrieren.

Hierzu setzen die Unternehmen vor allem auf Android Smartphones, schließlich wurde mit der Version 2.3 (Gingerbread) auch die Unterstützung von Nahfeldkommunikation eingeführt. Man habe aber natürlich auch den Rest des Marktes im Blick. Ein Sprecher von Giesecke & Devrient wollte sich zwar nicht zu konkreten Verhandlungen äußern, deutete jedoch gegenüber macnews.de an, dass natürlich Gespräche mit verschiedenen Partnern geführt würden. Die Branche scheint sich also für mobile Bezahlsysteme zu rüsten und Hersteller von Android-Smartphones werden ihre Modelle bald verstärkt mit entsprechenden NFC-Chips ausrüsten. Ob Apple es Samsung, HTC und anderen gleich tut, ist bislang nicht sicher.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Kürzel NFC? Wie sicher und vertrauenswürdig kann diese Technologie mit unseren Konto- und Kreditkarten-Daten umgehen? Nahfeldkommunikation ist zunächst nur der Oberbegriff für eine Reihe von Protokollen zur drahtlosen Datenübertragung über kurze Distanzen. Dabei werden Abstände von höchstens ein paar Zentimetern toleriert.

Eine der Ausprägungen des Konzepts ist bereits unter dem Namen RFID bekannt. Dank einer Übertragungs-Frequenz von 13,56 Megahertz ist die Technologie, welche uns demnächst im Smartphone stets begleiten wird, auch mit bestehenden RFID-Systemen kompatibel, die auf der gleichen Wellenlänge kommunizieren. Die Transferraten können dabei zwischen 106 und 848 Kilobit pro Sekunde liegen, weswegen NFC nur zum Austausch äußerst geringer Datenmengen geeignet ist. Als Konkurrenz zu Bluetooth oder gar WLAN ist sie also nicht zu sehen.

Beim Thema Sicherheit der NFC-Datenübertragung setzen die Experten von Giesecke & Devrient nach eigenen Angaben auf eine zweigleisige Strategie. Auf der einen Seite stehen so genannte “secure elements”, oder “sichere Elemente”. So werden Chips, sowie SIM- oder Speicherkarten bezeichnet, auf denen digitale Zertifikate bereit gehalten werden. Derartige Module kommen auch bei abhörsicheren Handys zum Einsatz und sollen dem Empfangsgerät mitteilen, dass es sich um eine autorisierte Transaktion handelt.

Die andere Seite bilden spezielle Software-Bestandteile. Solche sind bereits in einigen ARM-Chips integriert und verfügen über Sicherheits-Funktionen, die das Gerät gegen Viren und Trojaner schützen sollen. All diese Mechanismen verhindern den unbefugten Zugriff auf die Kommunikation zwischen Smartphone und Bezahl-Terminal von außen. Bei einem Verlust des Geräts hilft nach wie vor nur das Sperren der SIM-Karte oder des Betriebssystems über Dienste wie Find-My-iPhone.

Insgesamt also eine sehr spannende Entwicklung. Sie verspricht bargeldlose, vor allem aber praktische und unkomplizierte Bezahl-Methoden auf vielen Smartphones noch in diesem Jahr. Apple hält sich bislang wie gewohnt mit offiziellen Meldungen zurück um dann auf einem kurzfristig anberaumten Pressetermin die Katze aus dem Sack zu lassen, soviel steht fest. Allein das “Was” und das “Wann” bleiben weiter im Dunklen. Die Wege des Herrn Jobs sind unergründlich.

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iPhone 5

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