Nokia-Einigung: Lizenz kostet Apple hunderte Millionen

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Die Einigung zwischen Nokia und Apple könnte Schätzungen zufolge sehr teuer für den iPhone-Hersteller werden: Die einmalige Summe, die Apple an Nokia zahlt, soll bei rund 420 Millionen Euro liegen, pro Quartal sollen in Zukunft jeweils rund 95 Millionen Euro hinzukommen. Allerdings könnte die Einigung für Apple auch etwas Positives haben.

Der Deutsche-Bank-Analyst Kai Korschelt hat die 420-Millionen-Zahlung anhand dessen errechnet, das Apple bis zum ersten Quartal diesen Jahres 110 Millionen iPhones zum Durchschnittspreis von jeweils 550 US-Dollar verkauft hat. Ein Prozent des Umsatzes werde Apple an Nokia bezahlen müssen. Sollten sich die Verkaufszahlen weiter ähnlich entwickeln wie bisher, läge die für jedes Quartal fällige Summe bei rund 95 Millionen Euro. Allerdings ist damit zu rechnen, dass letztere Summe eher steigt, da Apple seine iPhone-Verkaufszahlen in den letzten Jahren stetig steigern konnte.

Nokia hatte in einer Stellungnahme zur Einigung von einer einmaligen Zahlung und weiteren vierteljährlichen Zahlungen berichtet, die Höhe der Summe aber als vertraulich bezeichnet. Allerdings sind Summen in dieser Höhe bei Patentstreitigkeiten über erfolgreiche Produkte keine Seltenheit. 2008 musste Nokia an den Chip-Hersteller Qualcomm sogar 2,3 Milliarden Dollar bezahlen. Allerdings ist die Verpflichtung zur Zahlung von Lizenzgebühren an Nokia für Apple keine Katastrophe. Zum einen machte Apple im zweiten Geschäftsquartal 2011, das im März endete, 5,99 Milliarden US-Dollar Gewinn. Auch verfügt das Unternehmen über Barreserven in Höhe von über 50 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus ist daran zu denken, dass Apple in diesen Tagen noch Patentstreitigkeiten mit anderen Unternehmen wie beispielsweise Samsung führt: Auf diese kann sich das Unternehmen nach der Einigung mit Nokia nun zumindest voll konzentrieren. Auch könnte die Nokia-Einigung mittelfristig Apples Konkurrenten mehr schaden als Apple selbst: Der Patentrecht-Blogger Florian Mueller weist darauf hin, dass Nokia angesichts des Siegs über Apple noch deutlich bessere Karten bei Android-Smartphone-Herstellern haben dürfte, da deren geistiges Eigentum nicht so weitreichend wie das von Apple sei. Dementsprechend dürften sie auch mehr für einzelne Geräte bezahlen müssen – obwohl Apples Gewinnmarge beim iPhone traditionell höher als die der Konkurrenz liegt, die Konkurrenz also eine Zahlung in Höhe von einem Prozent pro Gerät schon mehr schmerzen dürfte. Mueller meint, dass die Einigung für Apple daher eher eine gute Nachricht sei.

Bild: aresauburn™, “Money“. Some rights reserved. Flickr.

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