Nokia ist überholt: Apple führende Smartphone-Marke in China

Flavio Trillo
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Tim Cook pflegt stets einen zurückhaltenden, gemäßigten Ton. Wenn er und Peter Oppenheimer aber über das Potential des chinesischen Marktes sprechen, spürt man die Aufregung in seiner Stimme. Da geht es um einige hundert Millionen Mobilfunknutzer, die ungeduldig auf das iPhone warten. Nokia hat das Nachsehen.

Einer Studie des Finanzdienstleisters Morgan Stanley zufolge könnte die Nachfrage für das iPhone in China demnächst kräftig in die Höhe schießen. Das würde der Prognose vieler Analysten, aber auch Apples eigenen Erwartungen und der Entwicklung der vergangenen Quartale entsprechen.

Noch im letzten Finanzjahr war der chinesische Markt für 3 Milliarden US-Dollar der gesamten Einnahmen Apples verantwortlich. Der Abschluss dieses Jahres mit dem letzten Quartal 2011 im September zeigt, dass dieser Wert sich auf sage und schreibe 13 Milliarden US-Dollar erhöhte. Hierfür war vor allem das iPhone 4 verantwortlich, das in China über den staatseigenen Anbieter China Unicom vertrieben wird. Über kurz oder lang werde das Land sogar die USA als größten Absatzmarkt für Apple ersetzen.

Im vergangenen September befragte Morgan Stanley 2.050 Chinesen, die Mobiltelefone benutzen und in städtischen

Gebieten wohnen. Dabei stellte sich heraus, dass Apple von fast 80 Prozent dieser Personen für die führende Smartphone-Marke gehalten wird. Nokia liegt, zwar nur knapp, aber doch dahinter mit etwa 70 Prozent. Gegenüber den Ergebnissen einer ähnlichen Studie aus dem Februar und März dieses Jahres hat sich das Verhältnis der beiden Marken genau umgekehrt.

Noch deutlicher ist diese Verschiebung in der Wahrnehmung durch die Konsumenten bei der Frage nach den Plänen für den nächsten Smartphone-Kauf zu beobachten. Derzeit besitzen etwa 8 Prozent der Befragten ein iPhone. Fast 40 Prozent gaben an, aktuell ein Nokia-Smartphone ihr Eigen zu nennen. Ungefähr 38 Prozent wollen aber als nächstes ein Apple-Gerät kaufen. Für Nokia liegt dieser Wert bei knapp 17 Prozent.

Auch für eine Erwähnung des Halo-Effects bleibt noch Raum: iPods und Macs verkaufen sich Morgan Stanley zufolge sehr viel besser an iPhone-Besitzer als an die übrige Bevölkerung. Dieser Erfolg des iPhone habe erst mit dem iPhone 4 so richtig an Fahrt aufgenommen.

Unter den Apple-Usern schwören 68 Prozent auf das derzeit neueste dort erhältliche Modell, das iPhone 4. Nur 20 Prozent geben an, ein iPhone 3GS zu nutzen und bei dessen Vorgänger, dem iPhone 3G, sinkt dieser Wert auf nur 13 Prozent.

Kommentar

China wird von Apple neben Brasilien, Russland und Saudi Arabien als ein äußerst einträglicher, bisweilen noch weitgehend unerschlossener Markt gesehen. Dass in dem Land der Mitte die Begeisterung für die Produkte aus Cupertino so groß ist, kommt jedoch nicht von ungefähr. Welche Bemühungen Apple anstrengt, um in solchen neuen Gebieten Fuß zu fassen, erwähnte Tim Cook während Apples letzter Quartalskonferenz: Die Retail-Struktur ausbauen, das heißt Apple Stores eröffnen, den Online-Store etablieren, die Apple Premium Reseller (APR) und Drittverkäufer involvieren und Werbekampagnen starten.

Dies habe zumindest in China bisher funktioniert und eine ähnliche Strategie dürfte auch in anderen Ländern zum Einsatz kommen, natürlich immer abgestimmt auf örtliche Besonderheiten und Umstände. Studien dieser Art zeigen also, dass diese Bemühungen Früchte tragen und Apple irgendetwas richtig zu machen scheint. Das wiederum lässt auf eine weiterhin positive Entwicklung des Apple-Aktienkurses hoffen und macht außerdem richtig Lust darauf, sich ein paar AAPL-Papiere zuzulegen. Zum Beispiel über Morgan Stan… aber lassen wir das.

Grafiken: Morgan Stanley via Appleinsider.com

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