Outsourcing: Apple plant angeblich Investitions-Vervierfachung in Indien

Florian Matthey
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Apple soll Gerüchten zufolge planen, seine Outsourcing-Investitionen in Indien zu vervierfachen. Aber auch dann wäre ihr Volumen noch recht überschaubar – anders als in China ist Apples Interesse an dem zweiten großen aufstrebenden Markt Asiens noch sehr beschränkt.

Outsourcing: Apple plant angeblich Investitions-Vervierfachung in Indien

Die indische Economic Times berichtet von einer “Hassliebe” Apples zu Indien, die auch auf den verstorbenen früheren Apple-Chef Steve Jobs zurückzuführen sei: Jobs sei 1974 auf der Suche nach spirituellen Antworten nach Indien gereist, habe das Land danach aber nie mehr besucht. Apple habe im Jahr 2006 ein Entwicklungszentrum in der indischen IT-Metropole Bangalore eröffnet, dieses nach einigen Monaten aber wieder geschlossen.

Überhaupt ist Apple auf dem Subkontinent nicht sonderlich präsent: Während Apple in China einen Retail Store nach dem anderen eröffnet und das Land öffentlich als seinen zweitgrößten Markt feiert, führt das zweite Milliarden-Land der Welt bei Apple noch ein ziemliches Schattendasein: In Indien hat Apple noch keinen einzigen Retail Store eröffnet, auch ein Online-Store fehlt noch.

Im Januar soll nun Apples Chief Information Officer Niall O’Connor nach Bangalore gereist sein, um sich dort mit Vertretern von Unternehmen wie Infosys und Wipro zu treffen. Bisher gebe Apple im Jahr 100 Millionen US-Dollar für Outsourcing in Indien aus, diesen Wert wolle das Unternehmen in Zukunft vervierfachen. Kein Wunder, dass O’Connor von den Unternehmen wie ein König empfangen worden sein soll.

100 Millionen Dollar seien immerhin ein Fünftel der weltweiten Apple-Ausgaben für Outsourcing. Allerdings beschränkt sich Apples Software-Outsourcing auch eher auf interne Prozesse wie den Einsatz von SAP-Software und eine Optimierung der eigenen Zuliefererkette. Software, die mit Apples eigenen Produkten oder Produktdesign zu tun habe, lasse Apple hingegen nicht extern entwickeln.

Dennoch scheinen indische Unternehmen eine Kooperation mit Apple als Goldgrube zu sehen. Ein Vertreter eines mittelständischen IT-Unternehmens erklärte der Economic Times, dass “unsere Teams auch für die Hälfte des Lohns arbeiten” würden, wenn es sich nur um Apple-Aufträge handelte. Die Aussage lässt einen weiteren Grund dafür vermuten, warum Apple mit Software-Outsourcing noch etwas zurückhaltend ist: Dem Artikel zufolge möchte das Unternhmen angesichts der anhaltenden Berichterstattung über schlechte Arbeitsbedingungen beim Zulieferer Foxconn nicht so stark mit Jobs in Übersee in Verbindung gebracht werden.

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