Phil Schiller erklärt Apples Strategie: “Keine Angst, Dinge zu entfernen”

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Wie seit einiger Zeit üblich hat Apples Marketing-Chef Phil Schiller am vergangenen Dienstag einen Großteil der Präsentationen des Apple Events übernommen. Im Anschluss an die Keynote setzte er sich mit einem Journalisten zusammen – und traf wie üblich klare, aber auch kontroverse Aussagen zur Apple-Strategie.

Phil Schiller erklärt Apples Strategie: “Keine Angst, Dinge zu entfernen”

Bei Apple gibt es in der jüngeren Vergangenheit einige Entwicklungen, die nicht bei allen guten Kunden gut ankommen – und einige setzten sich vor allem in Form der neuen Macs fort, die Apple am vergangenen Dienstag vorstellte. Der Time-Journalist Harry McCracken wollte von Phil Schiller dementsprechend Erklärungen dafür hören, warum Apple – anders als die Konkurrenz – beim neuen iMac oder dem 13-Zoll-MacBook Pro mit Retina Display auf Unibody-Gehäuse und verklebte Batterien setze, optische Laufwerke und Festplatten entferne und einstige Standard-Anschlüsse verkleinere oder entferne.

Der Trend hin zu Unibody-Macs ohne mechanische Laufwerke

McCracken verweist darauf, dass diese Entwicklung den Mac-Verkäufen offenbar nicht geschadet habe. Dennoch wollte er von Schiller wissen, welche Strategie dahinter stehe. Laut Apples Top-Manager sei dies einfach ein Ausdruck dessen, für was Apple schon immer gestanden habe – “vom ersten Mac und dem ersten iMac an”. Das Ziel sei immer gewesen, den bestmöglichen Mac zu erschaffen. “Zu den vielen Vorteilen gehört, die Bedienung einfach und den Mac mit tollen Features erschwinglich zu machen.” Dieses “hohe Maß an Integration” sei ein Ausdruck dessen.

Statt auf althergebrachte Lösungen setze Apple auf Technologien, die einfach besser seien: Flash-Speicher verbrauche weniger Strom als rotierende Festplatten und komme ohne bewegliche Teile aus, weswegen die Technologie weniger anfällig für Störungen sei. “Diese alten Technologien halten uns zurück.” Es handle sich um “Anker”, die einen davon abhielten, dahin zu gehen, wohin man gehen wolle. Anders als die Konkurrenz habe Apple keine Angst, Dinge zu entfernen, deren sinnvoller Zweck sich überlebt habe. Apple versuche, bessere Lösungen zu finden, und die Kunden vertrauten dem Unternehmen diesbezüglich.

Mit dem neuen iMac zeigt sich, dass Apple optische Laufwerke auch aus seinen Desktop-Rechnern verbannen möchte. Der Gedankengang, so Schiller, sei diesbezüglich vergleichbar mit dem bei den MacBooks: Es sei grundsätzlich eine gute Idee, rotierende Medien aus Computern und anderen Geräten zu entfernen, da diese zwangsläufig Probleme mit sich bringen – sie seien mechanisch, gingen manchmal kaputt, sie brauchten viel Strom und seien groß. “Wir können Produkte herstellen, die kleiner und leichter sind und weniger Strom verbrauchen.”

Blu-ray: Eine Technologie “mit vielen Problemen”

Der Vertrieb von Software erfolge heutzutage in erster Linie über das Internet. Auch was Filme betreffe hätte die Technologie Blu-ray “viele Probleme” mit sich gebracht, die “nichts mit der Qualität des eigentlichen Films zu tun haben.” Es handle sich um eine “komplexe” und “nicht-großartige” Technologie. Welche Probleme er genau meint, verrät Schiller aber nicht – wahrscheinlich geht es ihm aber auch hier um die Nachteile optischer Laufwerke im Allgemeinen.

Schließlich äußerte sich Schiller auch über Apples Preisgestaltung – der Time-Journalist wollte wissen, ob sich Apple einfach dauerhaft dafür entschieden habe, sich auf das Hochpreis-Segment zu konzentrieren. Schiller erklärte, dass die Verantwortlichen bei Apple immer Produkte herstellen wollten, “bei denen wir selbst stolz sind, sie zu besitzen und zu benutzen.” Apple wolle nichts Billiges mit niedriger Qualität herstellen.

Vorteil für Apple-Produkte in Krisenzeiten?

In Krisenzeiten würden sich Menschen sogar eher für Apples Produkte entscheiden, glaubt Schiller: “Wenn die Wirtschaftslage schwierig ist, ist es den Leuten sehr wichtig, für was sie ihr Geld ausgeben. Die Verbraucher haben verstanden, dass Apples Produkte nicht teuer sind – der Preis richtet sich nach dem Wert dessen aus, was wir in sie integrieren.”

Schiller verweist auf die jüngste Entwicklung auf dem Markt der Netbooks: Viele hätten diese Geräte für die Zukunft gehalten. “Wir haben sie abgelehnt, weil wir meinten, dass sie schlecht sind. Selbst wenn der Markt sich in diese Richtung bewegt haben sollte, wären wir den anderen nicht den Abhang hinunter gefolgt.” Es habe sich letztendlich um einen kurzlebigen Trend gehandelt. Letztendlich habe Apple mit dem iPad eine andere Strategie für einen günstigen Computer – ab 500 US-Dollar – verfolgt: “Die Zeit hat uns diesbezüglich Recht gegeben. Und jetzt stimmen 100 Millionen Menschen zu, dass das iPad ein toller Computer ist.”

Zu Windows 8 wollte sich Schiller übrigens nicht äußern: “In erster Linie denken wir darüber nach, was wir machen und nicht, was andere tun.”

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