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Polizei ermittelt: iPhone-Prototyp gestohlen?

Ben Miller

David Hendrickson - Leiter der "REACT" Sondereinheit
Wie CNET berichtet hat die Polizei von Silicon Valley, unter Leitung der “REACT” Task Force, Ermittlungen betreffend des von Gizmodo gekauften iPhone-Prototypen aufgenommen. Zweck der Untersuchung ist es festzustellen ob ausreichende Beweise für eine Anklage gegen Gawker Media vorliegen, so ein Beamter gegenüber CNET. REACT (“Rapid Enforcement Allied Computer Team”) ist eine 1997 vom kalifornischen Justizministerium gegründete Sondereinheit mit dem Ziel kalifornische Technologie-Unternehmen gegen Computer-Kriminalität zu schützen. Dass das Unternehmen “Gawker Media“, zu dem unter anderem Gizmodo und Valleywag gehören, gewillt ist für geheime Prototypen zu zahlen und auf Konfrontationskurs mit kalifornischen Gesetzen zum Schutz von Firmengeheimnissen zu gehen, zeigte schon das im Januar ausgeschrieben “iPad-Kopfgeld“.

Der bisher bekannte Verlauf

Vor knapp 3 Wochen soll ein Entwickler von Apple im Zuge einer Geburtstagsfeier in einer Bar in Redwood einen iPhone-Prototypen verloren haben. Laut Gizmodo soll der Finder versucht haben, das Gerät dem Entwickler bzw. Apple zurückzugeben.

Der Prototyp wurde in der Bar in der er gefunden wurde bzw. bei der Polizei nicht abgegeben.

Obwohl das Gerät zum Zeitpunkt des Fundes noch funktionstüchtig gewesen sein soll und der Finder über das Gerät auf das Facebook-Profil des Entwicklers aufmerksam wurde, soll der Finder nicht in Kontakt mit dem Entwickler getreten sein.

Am Tag darauf soll Apple das Gerät bei der Polizei als gestohlen gemeldet und den Prototypen per Fernwartung deaktiviert haben.

Wenig später fertigte der Finder Fotos des Prototypen an und sendete diese an Engadget. Ob Engadget der Prototyp gegen Geld angeboten wurde, ist nicht bekannt. Das Gerät befand sich nie im Besitz von Engadget.

Engadget veröffentlichte kurzzeitig Kontaktinformationen des Finders woraufhin sich Gizmodo beim Finder gemeldet hat. Gawker Media, Inhaber der Website Gizmodo.com, zahlte dem Finder nach eigenen Angaben USD 5000,- für den Prototypen.

Zum Zeitpunkt des Kaufes will Gizmodo nicht gewusst haben, dass es sich bei dem Gerät um einen echten iPhone-Prototypen von Apple handelt. Dennoch veröffentlichte Gizmodo eine Woche später einen Artikel mit der Überrschrift “This Is Apple’s Next iPhone” mit zahlreichen detaillierten Videos und Fotos des iPhone-Prototypen.

In der Woche vor der Veröffentlichung des Artikels soll sich Gizmodo nicht bei Apple gemeldet haben.

Nach der Veröffentlichung soll Apple Gizmodo telefonisch kontaktiert und den Prototypen zurückgefordert haben.

Gizmodo bestand auf einer schriftlichen Bestätigung von Apple, dass der Prototyp Apple gehöre. Gizmodo veröffentlichte dieses Schreiben in einem weiteren Artikel.

Gizmodo soll Apple den iPhone-Prototypen daraufhin übergeben haben.


Laut eines kalifornischen Gesetzes aus dem Jahr 1872, ist eine Person, die einen offensichtlich verlorenen Gegenstand findet und weiss wer der wahrscheinliche Eigentümer ist, sich diesen Gegenstand aber dennoch zu eigenem Gebrauch aneignet, des Diebstahls schuldig. Eines zweiten kalifornischen Gesetzes zufolge ist eine Person, die sich wissentlich eines illegal beschaften Gegenstandes bemächtigt, mit bis zu einem Jahr Gefängnis zu bestrafen.

Im Jahr 2001 entschied der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika im Falle eines Radiosenders der vertrauliche Informationen veröffentlichte, dass das Verwerten vertraulicher Informationen durch eine Nachrichtenorganisation bezugnehmend auf die Pressefreiheit, nicht illegal ist.

Jedoch handelte es sich bei diesem Verfahren um eine nicht-physiche Information und die Quelle wurde auch nicht bezahlt.

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