Retina-Display: Apple-Betriebssystem Lion in hoher Auflösung

Sebastian Trepesch
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Der von Apple geprägte Begriff “Retina” wird jetzt auch für das kommende Mac-Betriebssystem OS X 10.7 Lion ins Spiel gebracht: Eine hohe Auflösung der dort verwendeten Bilder und Symbole weckt Spekulationen um ein Retina-Display für die Standrechner von Apple. Das Betriebssystem, das im Sommer 2011 erscheinen wird, listet jetzt schon ein Versandhändler.

Ob es bereits feste Planungen gibt oder nicht: Apple rüstet jedenfalls schon einmal sein kommendes Betriebssystem für höhere Displayauflösungen und größere Monitore. 3200 x 2000 Pixel sollen die Hintergrundbilder in OS X Lion groß sein, berichtet macmagazine.com.br aus Brasilien. Sogar das frühere 30-Zoll-Cinema-Display stellte nur maximal 2560 x 1600 Pixel dar. Der größte aktuelle Bildschirm von Apple ist 27 Zoll groß, mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel.

Die Symbole im Betriebssystem, so entdeckte es macmagazine.com.br, haben mit 1024 x 1024 Pixeln die doppelte Auflösung im Vergleich zu den aktuellen. Grundlos sollte diese Vergrößerung nicht durchgeführt werden, schließlich verbrauchen größere Bilder zumindest ein klein wenig höhere Rechner- und Akkuressourcen. Ist ein Retina-Bildschirm für Macs zu erwarten?

Für das iPhone 4 hat die PR-Abteilung von Apple den Begriff “Retina-Display” geprägt: Bei der hier verwendeten Punktdichte soll das menschliche Auge die einzelnen Pixel bei normalem Leseabstand nicht mehr unterscheiden können. Ein Display-Experte erklärte dagegen, dass auch bei dem iPhone 4 die physikalische Grenze des Auges noch nicht erreicht sei.

Gegen Retina-Displays für Macs sprechen jedoch hohe Produktionskosten und die mangelnde Notwendigkeit – einen Rechnerbildschirm betrachtet man normalerweise aus einer größeren Distanz als ein iPhone. Vielleicht will sich Apple bei dem neuen Betriebssystem einfach ein Hintertürchen in Sachen Displayunterstützung offen halten. Ein großes Hintergrundbild in OS X 10.7 kann genauso für einen großen Bildschirm stehen. Größere Programm-Symbole erscheinen dagegen für höhere Auflösungen wichtiger. Weiteres Indiz für Planungen in diesem Bereich: HiDPI-Display-Module in Lion. Entwickler haben damit die Möglichkeit, Elemente der Programmoberfläche in mehreren Auflösungen in eine Anwendung zu integrieren, um auf höher auflösenden Bildschirmen eine ebenso große Darstellung zu ermöglichen.

Das neue Betriebssystem von Apple dürfte in wenigen Monaten erscheinen. Wenngleich die von Apple vorgestellten Neuerungen als enttäuschend bezeichnet wurden, ist OS X Lion in Bedienungskomfort, Effizienz und Sicherheit ein entscheidender Fortschritt – sozusagen ein “Löwe im Schafspelz”.

Amazon hat das neue Betriebssystem* mittlerweile als DVD-Version in den Katalog aufgenommen. Vorbestellt werden kann es aber noch nicht.
Kleiner Scherz am Rande: Im doppelten “5er Multipack” ist Lion schon jetzt bestellbar* (3,34 Euro).

via MacRumors

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