Sammelklage gegen Apple: iOS 6 bewusst schlecht gemacht

Thomas Lumesberger
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In Kalifornien muss sich Apple einer Sammelklage stellen. Laut Ankläger hat der Konzern iOS 6 absichtlich manipuliert, um Kosten zu senken.

Sammelklage gegen Apple: iOS 6 bewusst schlecht gemacht

Im Jahr 2013 soll Apple iOS 6 absichtlich manipuliert haben, um die Nutzer zu einem Update auf iOS 7 zu zwingen und somit Kosten zu senken. Konkret ging es um die App FaceTime, die bekanntlich das Telefonieren und Videotelefonieren ermöglicht. Als der Dienst startete, basierte dieser auf zwei unterschiedlichen Technologien: Einem Peer-to-peer-Prinzip und einem Prinzip über Dritt-Anbieter-Server vom Hosting-Spezialisten Akamai. Auf letzterer Technologie basierten zwischen 5 und 10 Prozent aller FaceTime-Verbindungen.

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Patentverstoß als Auslöser

Im Jahr 2012 hatte das US-Amerikanische Internetunternehmen VirnetX eine Klage gegen das Peer-To-Peer-Prinzip von Apple eingereicht, da es eines ihrer Patente verletzte. Daraufhin wurde Apple dazu angehalten, diese Methode einzustellen, weshalb sämtliche Unterhaltungen von FaceTime folglich zur Gänze über die Server von Akamai liefen. Diese Verpflichtung kostete dem Konzern zwischen April 2013 und September 2013 rund 50 Millionen US-Dollar – knapp 8,3 Millionen US-Dollar pro Monat.

Dem Konzern aus Cupertino war dieser Betrag zu hoch, weshalb nach Möglichkeiten gesucht wurde, die Kosten zu reduzieren. Diverse Ingenieure haben schließlich ein Peer-To-Peer-System entwickelt, welches nicht die VirnetX-Patente verletzte. Das Problem war nur, dass die neue Methode erst mit iOS 7 auf den iPhones und iPads Einzug hielt.

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Absichtlicher Fehler zwingt Nutzer zum Update

Viele Nutzer wollten allerdings nicht die neue iOS-Version installieren. Um die Kunden zu einem Update zu zwingen, wurde schließlich die FaceTime-App manipuliert, sodass sie nicht mehr verwendet werden konnte. Nach außen wurde von dem Unternehmen kommuniziert, dass mit iOS 6 ein Bug auftreten kann, der das Gerätezertifikat auslaufen lässt. Jener Fehler kann nur mit einem Update auf iOS 7 behoben werden, schrieb Apple auf einer Hilfe-Seite.

Durch die Sammelklage wird jetzt zu Tage gefördert, dass sich diverse Apple-Ingenieure per E-Mail über die Kostensenkung unterhielten, in der sogar wortwörtlich zu lesen ist „Wir haben iOS 6 manipuliert und die einzige Möglichkeit um FaceTime wieder zum Laufen zu bekommen, ist ein Upgrade auf iOS 7.“ (Übersetzung von uns.)

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Darüber hinaus hatte das Upgrade auf iOS 7 für Besitzer eines iPhone 4 oder iPhone 4S zur Folge, dass die Geräte sehr langsam wurden und unter der Last des neuen Betriebssystems förmlich erdrückt wurden. Teilweise waren sogar rudimentäre Funktionen auf den Geräten nicht mehr nutzbar.

Summa summarum verstößt diese Vorgehensweise von Apple natürlich gegen das Gesetz. Apple muss sich vor Gericht für das Stören von fremden Besitztümern und dem Verstoß gegen das kalifornische Wettbewerbsgesetz verantworten. Welchen Betrag der Konzern zur Strafe zahlen muss, wird sich zeigen.

Quelle: AppleInsider via 9to5Mac

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