Samsung vs. Apple: Gegenoffensive in Korea und Australien

Flavio Trillo
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In dem Western “Die Glorreichen Sieben” aus den sechziger Jahren werden Banditen von sieben Revolverhelden aus einem mexikanischen Dorf vertrieben. Samsungs “Glorreiche Sieben” sind Patente aus dem Bereich drahtlose Kommunikation. Sie sollen jetzt das iPhone und iPad aus Australien und Südkorea vertreiben. 

Die australische Dépendance des zweitgrößten Smartphone-Herstellers gab bekannt, dass man am 16. September vor einem Bundesgericht in New South Wales Klage eingereicht habe. Wie Reuters berichtet, wolle das Unternehmen so gegen die angebliche Verletzung von sieben Patenten durch das iPhone 3G, iPhone 3GS, iPhone 4 und iPad 2 vorgehen.

Gleichzeitig äußerte Samsung sich auch zu den durch Apple beklagten Rechtsverletzungen. Die Patente, welche der Hersteller aus Cupertino seiner Klage zugrunde gelegt habe, seien ungültig. Zuvor war es Apple gelungen, den Verkaufsstart des Galaxy Tab 10.1 in Australien zu verhindern.

Auch auf für Samsung heimischem Gebiet war der Mac-Macher bereits gegen Smartphones und Tablets aus Korea vorgegangen. Jetzt meldet die Korea Times unter Berufung auf hochrangige Angestellte des Konzerns, dass man dort eine Gegenoffensive vorbereite. “Kurz nach dem hiesigen Verkaufsstart des iPhone 5 plant Samsung, Apple wegen der Verletzung seiner Patente zu kabelloser Kommunikation zu verklagen”, so der anonyme Insider.

Bei den “Glorreichen Sieben” soll es sich um für die Grundfunktionen des Geräts absolut essentielle Technologien handeln. Falls Samsung erfolgreich ist, dürfte es Apple also unmöglich sein, das iPhone weiter in Korea zu verkaufen. “Wir bleiben bei einer harten Linie gegen Apple in diesen Rechtsstreits”, verspricht der Samsung-Manager. Das Unternehmen wird sich also nicht mehr wegen der nach wie vor engen Verbindungen zu Apple zurückhalten. Sowohl Flash-Speicher als auch Prozessor der iOS-Geräte stammen von Samsung.

Zuvor hatte Samsungs CEO Choi Gee-sung davon gesprochen, dass man “nicht sehr glücklich” über die Streitigkeiten zwischen den beiden Koop-Konkurrenten sei. Schließlich ist Apple inzwischen der größte Kunde des koreanischen Herstellers. Dank einer sich anbahnenden Zusammenarbeit mit TSMC für die Produktion von Mikrochips wie den A6 und dessen Nachfolger könnte sich diese Situation aber bald ändern.

Sind Apple und Samsung nicht mehr durch für beide lukrative geschäftliche Beziehungen gehemmt, können sie ohne jede Zurückhaltung gegeneinander vorgehen – was das in Anbetracht der schon jetzt äußerst harten Gefechte vor Gerichten in aller Welt kaum möglich erscheint.

In Zukunft muss Apple sich allem Anschein nach bei jedem neuen Smartphone und jedem neuen Tablet gegen die Patentschutzklagen der Konkurrenz wehren. Da wäre es möglicherweise angebracht, einen Teil des Verkaufspreises bereits im Voraus für die zu erwartenden Rechtsstreits einzuplanen.

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