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Shipley zu Apples Patenklage: Ihr könntet wie Microsoft enden

Tizian Nemeth
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Das Gerangel im Patentstreit zwischen Apple und HTC zieht immer weitere Kreise: Mittlerweile hat sich auch Google eingeschaltet und stärkt HTC den Rücken – obwohl es am Rechtsstreit nicht direkt beteiligt sei, erklärt das Unternehmen. Auch Delicious Library-Entwickler Wil Shipley äußert sich in einem offenen Brief an Steve Jobs zur Patentklage.

Zu den Fakten: Hersteller Apple hat Anfang der Woche bekanntgegeben, dass er Klage gegen HTC eingereicht hat (wir berichteten). Der taiwanesische Handyhersteller soll 20 Apple-Patente verletzen, die unter anderem folgende Funktionen beschreiben: den virtuellen Schieberegler zur Entriegelung eines Geräts und heuristische Multi-touch-Gesten zur Eingabe von Kommandos wie das Scrollen mit zwei Fingern. Ebenso geschützt sind Sensoren zur Erfassung von Benutzeraktivitäten wie dem Halten des Mobiltelefons ans Ohr.

Eine vollständige Liste aller 20 betroffenen Patente findet sich bei Gizmodo. Explizit benennt Apple in der Klageschrift die HTC-Smartphones Nexus One, Droid Eris, Magic/myTouch, Dream und Hero.

HTC ist weltweit der größte Smartphone-Hersteller, der Googles Betriebssystem Android verwendet. Er baut bereits seit 13 Jahren Mobiltelefone und ist nach eigenen Angaben “nicht nur ein innovativer Entwickler von mobiler Technik, sondern hält auch die Rechte an zahlreichen Patenten,” so schreibt er in einem Bericht an Anleger.

Apples Patentklage werten Marktbeobachter vor allem als Angriff gegen Googles Android-System. Der Internetriese, obwohl in den Rechtsstreit nicht involviert, stellt sich hinter HTC: Man stehe zum Android-System und den Partnern, die an der Entwicklung beteiligt seien, erklärt ein Google-Sprecher in einer E-Mail an Techcrunch. Vor allem beim Nexus One haben Google und HTC eng zusammengearbeitet.

Zum Streit zwischen den Herstellern hat sich nun auch Wil Shipley zu Wort gemeldet, ein amerikanischer Vorzeige-Entwickler aus der Firma Delicious Monster. In seinem Blog hat er einen offenen Brief an Steve Jobs veröffentlicht, in dem er die Patentstreitigkeiten als falsch bezeichnet. Auch Apple habe seiner Meinung nach Ideen von anderen Herstellern übernommen, um eigene Produkte auf dieser Basis zu entwickeln. Warum solle die Handlungsweise von HTC dann falsch sein? Wenn Apple jemanden für Praktiken verklagt, die man in Cupertino selbst anwende, dann gehöre man unweigerlich zu den Bösen. Shipley erinnert Jobs an seine eigenen Anfänge, “als die Piratenflagge noch über dem Apple-Hauptquartier flatterte.” Zudem benötige das iPhone Konkurrenz, um sich weiterentwickeln zu können. Wenn Apple künftig alle Energie nur noch dafür aufwende, Konkurrenten niederzuhalten anstatt Innovation zu fördern, drohe dem Unternehmen dasselbe Schicksal wie Microsoft.

Bild: Daquella manera, “Cruce peligroso”. Some rights reserved. Flickr.


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