Smartphone-Positionsdaten: Apples Vize Tribble sagt vor US-Senat aus

Florian Matthey
14

Der amerikanische Senat möchte mehr über den Schutz der Privatsphäre von Bürgern erfahren, die mit Smartphones, anderen Handys und mit Tablet-Rechnern arbeiten. Am morgigen Dienstag, den 10. Mai wird der Rechts-Unterausschuss für Privatsphäre des Senats Vertreter mehrerer Unternehmen zum Thema anhören – unter ihnen auch Apples Vizepräsident Bud Tribble. Ein Auslöser für die Anhörung war die Affaire um vom iPhone ermittelte und gespeicherte Positonsdaten.

Der demokratische Senator Al Franken hat eine Liste derjenigen Vertreter von Unternehmen und Datenschutzorganisationen veröffentlicht, die zu dem Thema aussagen sollen. Bud Tribble ist Apples Vizepräsident für Software-Technologie und gleichzeitig einer der engsten Mitarbeiter von Apples CEO Steve Jobs: Wie 9 to 5 Mac hervorhebt, war Tribble schon bei Apple, als das Unternehmen Anfang 1984 den ersten Macintosh vorstellte. Nachdem Jobs Apple verließ folgte Tribble ihm zum neu gegründeten Unternehmen NeXT, 2002 kehrte er in seiner aktuellen Position zu Apple zurück.

Auch wenn Jobs also nicht selbst vor dem Senats-Ausschuss aussagen wird, schickt Apple doch einen hochrangigen Mitarbeiter – laut 9 to 5 Macs so etwas wie “die rechte Hand” des Apple-CEO. Mit Alan Davidson soll auch ein Google-Repräsentant vor dem Ausschuss aussagen. Davidson dürfte es als Googles Chef-Lobbyist für die USA gewohnt sein, sich vor der Politik über die eigenen Produkte zu äußern.

Sowohl Apples iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS als auch Googles Mobil-OS Android sorgten in den letzten Wochen wegen ihres Umgangs mit Positionsdaten für mediale Aufmerksamkeit. Zwei Entwickler hatten entdeckt, dass Apples iOS auch dann die aktuelle Position des Geräts ermittelte, wenn der Benutzer die Erfassung eigentlich abgestellt hat. Darüber hinaus speicherte das Betriebssystem Daten in der zwei Megabyte großen Cache-Datei consolidated.db ab, die bei der Synchronisation mit iTunes unverschlüsselt auf dem Mac oder PC landet. Auch Android zeichnet die aktuelle Position auf, was laut Google für ortsbezogene Dienste aber auch notwendig ist.

Apple bezeichnete das Aufzeichnen auch bei eigentlich abgeschalteter Positionserfassung als “Bug”, den das jüngste Update zur iOS-Version 4.3.3 behoben hat. Auch löscht das iOS nach dem Ausschalten der Positionserfassung jedes Mal die Cache-Datei, deren Größe Apple eingeschränkt hat. Nach eigenen Angaben erhält Apple selbst Positionsdaten nur anonymisiert und möchte diese eines Tages für einen Verkehrsdienst benutzen.

Bild: JCDL, 2005. Some rights reserved.

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz