So stürzten sich schon 1988 die Medien auf geheime Apple-Dokumente

Florian Matthey
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Aus Cupertino sickern Dokumente durch, die ein neues Produkt beschreiben – und schon bekommt Apple Aufmerksamkeit in den Mainstream-Medien. So ist es heute, und so war es auch vor 30 Jahren, wie ein Video von 1988 zeigt.

So stürzten sich schon 1988 die Medien auf geheime Apple-Dokumente

Harry McCracken von Fast Company hat eine alte Videokassette mit einer Nachrichtensendung des San-Francisco-Fernsehsenders KGO aus dem Jahr 1988 entdeckt, die über durchgesickerte Details zu einem neuen Apple-Produkt berichtet. Bemerkenswert ist, wie sehr die Berichterstattung der heutigen ähnelt.

Zunächst verbreitet ein Fachmedium – die wöchentliche Publikation „Macintosh Today“ – Gerüchte über ein neues Apple-Produkt. Dabei handelt es sich nicht um wilde Spekulationen; stattdessen wurde dem Autor David Bunnell ein 160-seitiges internes Dokument zugespielt. Entsprechende „Informationslecks“ sind auch heute bei Apple keine Seltenheit; in erster Linie stammen die durchgesickerten Informationen natürlich aus dem Kreis der Apple-Zulieferer.

Mit dem Fernsehsender KGO greift dann die Mainstream-Presse das Thema auf, was die Gerüchteküche natürlich weiter anheizt. Dabei ist sie sich dieses Effekts durchaus bewusst: Während der Sendung stellt der Moderator Pete Wilson die Frage, ob Apple Dokumente vielleicht absichtlich an Medienvertreter weitergibt, um entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch heute fragen wir uns immer wieder, ob die „Apple-Leaks“ nicht gewollt sind und vielleicht sogar bewusst lanciert werden.

In einem Punkt unterscheidet sich das Jahr 1988 dann aber doch deutlich vom Jahr 2017: 1988 hatte Steve Jobs das Unternehmen bereits verlassen und Apple befand sich in Sachen wirtschaftlicher Erfolge zwischenzeitlich auf dem absteigenden Ast. Das Produkt, um das es bei dem „Leak“ ging, war der Macintosh Portable – ein mit 6.500 US-Dollar (inflationsbereinigt: 12.274 US-Dollar) extrem teures Gerät, das mit acht Kilogramm Gewicht nicht wirklich „tragbar“ war. Dementsprechend floppte es auch – was heute bei Apple-Produkten eher die Ausnahme ist.

Der Macintosh Portable.

Der Macintosh Portable bekam nach seiner Veröffentlichung vor allem Aufmerksamkeit für abgebrochene ausklappbare Flugzeugtische. Letztendlich war er – wie einige der damaligen Apple-Produkte – seiner Zeit deutlich voraus; die Technologie war für tragbare Rechner einfach noch nicht fortgeschritten genug. Erst der erste wirkliche Apple-Laptop PowerBook sollte ein Erfolg werden.

Seit Steve Jobs’ Rückkehr Ende der 1990er Jahre verfolgt Apple eine andere Strategie: Produkte erscheinen erst dann, wenn sie wirklich ausgereift sind; auch wenn das bedeutet, dass man nicht das erste Unternehmen auf dem jeweiligen Markt ist.

Quelle: Fast Company

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