Spiegel-Chefredakteur: iPad bietet tolle Möglichkeiten für den Journalismus

Florian Matthey
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In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußert sich der Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron zum modernen Journalismus im digitalen Zeitalter – und auch zum iPad: Apples Tablet bediene die Sehnsucht nach Simplifizierung, ohne eine Entsagung der digitalen Welt zu verordnen.

Die eigene Spiegel iPad-App hätten Benutzer schon “mehrere zehntausend Mal” abgerufen. Der Chefredakteur warnt vor anfänglich nüchternen Zahlen, weil es eben nur ein paar zehntausend iPads in Deutschland gebe und das Gerät oft ausverkauft sei. Insgesamt böten die “neuen Pads” aber tolle Möglichkeiten für den Journalismus, der jedoch aufpassen muss, nicht einem Hype nachzulaufen.

Die Simplifizierung durch das iPd sei eine Reaktion auf die Beschleunigung im Informationszeitalter. Als Beispiel nennt er den 11. September 2001, nach dem die Redaktionen wochenlang so gut wie gar nicht geschlafen hätten. Müller von Blumencron verweist darauf, dass ein Problem von Wochenmagazinen sei, dass sich einzelne Themen über die Woche weiterentwickeln – sieht eine Lösung aber im Zusammenspiel von Spiegel und Spiegel Online und nicht in der digitalen Veröffentlichung mehrerer Ausgaben über einen kürzeren Zeitraum, wie es die Springer-Zeitung die Welt versuche.

Der Nachfolger von Stefan Aust denkt auch an die Zeit zurück, in der er das erste Mal mit dem Internet in Berührung kam: 1993 habe er zum ersten Mal Zeit im Online-Dienst CompuServe verbracht, der schon damals “im Prinzip das Web 2.0″ im Angebot hatte – ohne grafische Ablenkung. Diese Art von Kommunikation werde bis heute geschätzt. Auch das Online-Angebot des Spiegels fand seinen Anfang bei der heutigen AOL-Tochter.

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