Steuererklärung 2010: Die besten Anwendungen für Apple-Nutzer

Ralf Bindel
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Jedes Jahr das Gleiche: Bis zum 31. Mai muss die Steuererklärung abgegeben sein. Doch keine Angst vor Termin und Aufwand. Wir stellen die Programme und Dienste vor, mit denen die Last-Minute-Steuererklärung leicht fällt und geben Tipps, wenn die Zeit nicht reicht.

Mit Sorge schauen viele Menschen dieser Tage auf den Kalender: Der 31. Mai bedeutet zwar nicht den Weltuntergang, aber der Finanzamtstag verspricht für die meisten Bundesbürger Arbeit. Arbeit an der Steuererklärung für das Jahr 2010. Bis zu diesem Termin muss die Erklärung beim örtlichen Finanzamt eingehen, es sei denn, man bittet um Aufschub. In der Regel lohnt es sich, die Steuern zu erklären und diese Arbeit aufzunehmen, denn im Schnitt gibt es Geld vom Staat zurück: Rund 800 Euro erhielten Arbeitnehmer bei der Steuererklärung für das Jahr 2006 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schnitt.

Und in diesem Jahr ist noch mehr drin: Durch das Bürgerentlastungsgesetz dürften rund 16,6 Millonen Menschen Entlastungen von etwa 10 Milliarden Euro erwarten, im Schnitt etwa 625 Euro pro Person. Sie können die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung besser als bisher von der Steuer absetzen. Zusätzlich bleiben 170 Euro mehr vom Einkommen steuerfrei, weil der Grundfreibetrag im letzten Jahr gestiegen ist, auf 8004 Euro, für zusammen veranlagte Ehepaare auf 16008 Euro. Erst oberhalb dieser Summen verlangt der Staat Steuern, prozentual und progressiv gestaffelt:

Einkommen – Steuersatz
8005 bis 13469 Euro – 14 bis 24 Prozent
13470 bis 52881 Euro – 24 bis 42 Prozent
52882 bis 250730 Euro – 42 Prozent
Mehr als 250730 Euro – 45 Prozent

Wer also bis jetzt noch nicht dazu gekommen ist, sollte sich seine Rückerstattung sichern. Schließlich lässt sie sich zukunftssicher in einem neuen iPad 2* oder sogar in einem neuen iMac 2011* anlegen – oder noch besser für den verdienten Urlaub. Diejenigen, die glaubhaft machen können, dass sie die neuen Geräte zum größten Teil auch beruflich nutzen, können diese auch wieder steuerlich absetzen (siehe Tipp unten).

Der Termin

Keine Angst vor dem 31. Mai! Wer absehen kann, dass er in den nächsten Tagen nicht zur Steuererklärung kommt oder sich erst mit unseren Programmen genauer beschäftigen will, beantragt eine Fristverlängerung. Einfach den im Tipp (ganz unten) verwendeten Text kopieren und mit entsprechender Begründung bis 31. Mai an das Finanzamt schicken. In der Regel sind die Beamten kulant. Wer Steuernachzahlungen statt -erstattungen befürchtet (meist Selbständige), muss aber mit Verspätungszuschlägen rechnen. Ein beherzter Entschluss, in den nächsten Tagen oder am Wochenende sich ein paar Stunden für die Steuern zu nehmen, führt jedoch schneller zur Rückerstattung. Das Abschreckende bei der Steuererklärung sind ja leider meist die Belege und die Suche nach Zahlen und Unterlagen. Selbst wenn man nicht alle findet, ist das kein Problem: Sie lassen sich später nachreichen.

Die Steuererklärung

Der 31. Mai als letzter Abgabetermin gilt nur für wenige Steuerzahler und ist durch einen einfachen Anruf oder Schreiben ans Finanzamt ohne Probleme verlängerbar. Der größte Teil der Steuerzahler macht ohnehin eine freiwillige Steuererklärung, die innerhalb von vier Jahren nachgereicht werden kann. In diesem Jahr muss man also spätestens die Steuererklärung für 2007 machen. Ein großer Teil der Steuerzahler (etwa 50 Prozent) macht gar keine Steuererklärung, obwohl in der Regel zumindest eine kleine Rückerstattung herausspringt. Umfragen zufolge liegt das daran, dass viele Steuerzahler Verständnisprobleme mit den Formularen oder Fragen haben und aus Angst einen Fehler zu machen die Steuererklärung erst gar nicht abgeben.


Tipp: Die wichtigsten Steueränderungen 2010

  • Der Grundfreibetrag für Singles wurde von 7834 Euro auf 8004 Euro erhöht, für gemeinsam Veranlagte von 15669 Euro auf 16008 Euro.
  • Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können in voller Höhe abgesetzt werden.
  • Ein Arbeitszimmer kann pauschal mit 1250 Euro jährlich abgesetzt werden, wenn Arbeitnehmer einen Teil ihrer Arbeit zuhause erledigen und der Arbeitgeber keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.
  • Der Pauschalbetrag für Umzugskosten erhöht sich für Ledige auf 636 Euro und für Verheiratete auf 1271 Euro. Jede weitere Person im umgezogenen Haushalt kann man mit pauschal 280 Euro zusätzlich absetzen. Der Umzug muss beruflich bedingt sein, z. B. weil er die Fahrtzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte verkürzt.

Die Programme

Apple-Nutzer haben es bei der Steuererklärung nicht leicht – oder besonders leicht, wie man es nimmt. Seit vielen Jahren gibt es für den Mac kein eigenes Steuerprogramm mehr. Der bewährte Steuerfuchs* ist zum Online-Dienst geworden, weil sich eine reine Mac-Software für diesen Markt nicht lohnt. Doch der Steuerfuchs ist ein guter Web-Service, wie viele Tester und auch wir finden. Inzwischen gibt es mit ihm insgesamt fünf Web-Dienste, die wir hier vorstellen. Vertraut man den Datenschutzangaben der Betreiber und der sicheren SSL-Verbindung seines Browsers, bieten die Online-Steuerrechner schlanke Oberflächen und belasten den Erklärungswilligen nicht mit nervenden Fragen oder ermüdenden Gesetzestexten. Zudem sind sie preisgünstig, immer aktuell und die Daten lassen sich sogar wiederverwenden. Während das Vertrauen in die staatliche elektronische Steuerdatenübermittlung namens ELSTER groß ist, haben jedoch viele Anwender gegenüber Web-Diensten ihre Vorbehalte. Dann hilft nur der Griff zu einer Windows-Lösung und der Installation unter Bootcamp oder Parallels Desktop. Die Empfehlungen: Das Magazin c't bescheinigt in einem eigenen Testbericht der Steuer-Spar-Erklärung 2011* von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft gute Qualitäten zum Preis ab 23,95 Euro bei Amazon. Ebenso gut schneidet das ab knapp 22 Euro bei Amazon erhältliche WISO Steuer-Sparbuch 2011* von Buhl Data ab. Das Bundle von Parallels Desktop 6 für Mac Deutsch + Wiso Steuer-Sparbuch 2011* kostet bei Amazon derzeit nur 61,85 Euro. Das von vielen gewerblichen Steuererklärenden verwendeten Taxman 2011* von Haufe-Lexware für derzeit knapp 23 Euro bei Amazon kommt im Test der c't weniger gut weg, während dem zweiten Produkt von Buhl, t@x 2011* für aktuell 10,95 Euro im Amazon-Shop, gute Qualitäten zugestanden werden. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Stiftung Warentest für die PC-Programme 2011.

Insgesamt kommt man mit den verschiedenen PC-Virtualisierungslösungen wie Parallels Desktop 6* (ca. 50 Euro), VMware Fusion 3* (ca. 61 Euro) und Virtual Box (kostenlos) und einer zusätzlich notwendigen Windows-Lizenz (Windows XP Home* ca. 25 Euro, Windows 7 Home Premium* ca. 75 Euro) plus der entsprechenden PC-Steuersoftware (ca. 15 bis 40 Euro) auf Kosten zwischen minimum 80 und maximal 145 Euro. Da ist ein Web-Dienst mit 10 bis 40 Euro wesentlich günstiger. Und der große Vorteil: Damit lässt sich die Steuererklärung sogar auf dem iPad machen. Das ist überhaupt die Vorstellung einer bequemen Steuererklärung: Lässig auf dem Sofa, vor sich den Stapel papierener Belege, das iPad auf den Knien und im Interview-Stil die Daten eingetippt, Steuer berechnet und die Erklärung elektronisch an das Finanzamt gesendet. Dass es noch minimalistischer geht, zeigt die Steuer App von Blue Owl Software. Dazu unten mehr.

Die Web-Dienste

Sie lassen sich auf jedem Mac, PC, Netbook oder iPad ausfüllen: Die Online-Steuererklärungen der Web-Dienste. Eine Installation ist nicht notwendig, auch Daten des Vorjahres lassen sich übernehmen. Nur im Fall von Flash gibt es auf dem iPad ein Problem. Das ist jedoch nur bei Taxango und Konz Online-Steuererklärung der Fall. Daneben haben wir uns drei weitere Web-Dienste angesehen: Forium Lohnsteuer kompakt, Steuerfuchs und WISO Internet-Steuer-Sparbuch. Letzteres funktioniert wegen des Java-Applet ebenfalls nicht auf dem iPad.

Forium Lohnsteuer kompakt

Die Steuererklärung bei Forium.de beginnt mit der Angabe einer E-Mail-Adresse, danach können alle Daten anonym und kostenlos eingetragen werden, wobei Hinweistexte bei der Eingabe helfen. Sind die Daten erfasst, kann man sich die Steuererklärung nach Zahlung einer Gebühr als PDF per E-Mail zuschicken lassen oder sie per Elster direkt zum Finanzamt senden. Für Gewerbetreibende ist das Angebot nicht geeignet und die Anlage KAP ist nur zum Teil berücksichtigt, dafür können Geringverdiener bis 10000 Euro und Verheiratete bis 20000 Euro Einkommen ihre Erklärung kostenlos abgeben. Das Programm wurde für die Erklärung 2009 und 2010 neu programmiert, im zweiten Quartal 2011 soll eine iPad-App hinzu kommen, geplant ist auch ein Steuerbescheid-Prüfer und die Bewertung der Finanzamts- und Steuerberater-Qualität.

Die Benutzeroberfläche ist angenehm gestaltet, die weiterführenden Texte zu komplexeren Steuerfragen sind Schwarz auf Weiß inzwischen gut lesbar. Forium hat inzwischen viele Eingabefelder zusammen gefasst und speichert und berechnet blockweise, das hat die Performance stark erhöht. Eine Datenkopie kann man sich auf den Rechner laden. Mit dem bis 31. Dezember 2011 gültigen macnews.de-Gutscheincode kostet die Steuererklärung nur knapp 5 Euro.

Forium Lohnsteuer kompakt, Anbieter: Forium, www.forium.de, Preis: 14,99 Euro, macnews.de-Gutschein-Code: DBPRR-AT7YX-DG0LF im Wert von 10,00 Euro, gültig bis: 31.12.2011
macnews.de-Wertung: drei von fünf Sternen

Konz Online-Steuererklärung

Konz und seine 1000 Steuertipps, von diesem Ruf will der Anbieter auch mit seiner neuen Online-Steuererklärung in Schwarz-Rot-Gold profitieren. Die bisherige PC-Software gibt er dafür auf, ältere Daten lassen sich in den Web-Dienst nicht importieren. Die Steuererklärung eröffnet man zunächst kostenlos mit einer Registrierung mit E-Mail-Adresse, im Frage-Antwort-Stil fragt Konz online die relevanten Daten ab, Videos führen in den jeweiligen Bereich ein. Die Eingaben schließt man per “Weiter-Taste“ ab, die folgende Neuberechnung kostet jedes Mal recht viel Zeit.

Insgesamt macht der Dienst noch einen etwas unfertigen aber klaren Eindruck, manchmal wünscht man sich mehr Hilfe, manche Hinweise und Plausibilitätsprüfungen fehlen. Auf dem iPad funktioniert die Konz Steuererklärung nicht vernünftig, da sie auf Flash-Unterstützung setzt.
Update: Auch Gorilla Concept bietet macnews.de-Lesern einen Rabatt von 5 Euro an. Mit dem Gutscheincode MACNEWS2011, den Sie einfach beim Kauf der Online-Steuererklärung im Gutscheinfeld des Warenkorbs hinterlegen, reduziert sich der Preis der Konz Steuererklärung auf 4,95 Euro. Gültig ist der Code einmal pro Haushalt bis 31.07.2010. Unsere Bewertung haben wir um einen Stern nach oben korrigiert, da Konz online aufgrund des Funktionsumfangs mindestens auf einem Niveau mit der Steuer App und Taxango ist.

Konz, Anbieter: Gorilla Concept, www.konz-steuertipps.de, Preis: 9,95 Euro
macnews.de-Wertung: drei von fünf Sternen

Steuerfuchs

Er war der Erste auf dem Mac: Den Steuerfuchs* von Hartwerk gab es schon für Mac OS 9, noch bevor das Unix-System von Apple erschien. Und er war der Erste im Netz: Seit 2002 wurde die Software zugunsten eines Web-Dienstes aufgegeben. “Die aufwändige Umsetzung der sich jährlich ändernden Einkommensteuergesetze für eine so kleine Nutzerbasis wie die der Mac-Anwender lohnte sich nicht“, sagt Hartwerk-Geschäftsführer Achim Tetzel. Dafür ist der Steuerfuchs einer der Schnellsten: Nicht nur die Steuererklärung gelingt zügig und komfortabel. Die Hartwerk-Programmierer waren auch die Ersten, die die komplizierten Gesetzesänderungen durch das Bürgerentlastungsgesetz pünktlich zum 1.1.2011 umgesetzt hatten. Der Start mit dem Steuerfuchs ist anonym möglich, der Dienst fragt im Interview die Daten ab, persönliche Angaben und die Steuernummer verlangt er zum Schluss.

Sowohl auf iPad wie am Mac beeindrucken die benutzerfreundliche Führung und die übersichtliche Formulargestaltung. In wenigen Minuten lassen sich einfache Steuerfälle erfassen und abschließen, auch nicht registrierte Nutzer erhalten eine Steuerberechnung. Einzelne, falsch erfasste Beträge lassen sich durch Klick und Sprung in den entsprechenden Bereich korrigieren, anschließend kalkuliert der Steuerfuchs neu. Auch Spezialfälle lässt die Berechnungstiefe zu, nur bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft oder Beteiligungen muss Steuerfuchs passen. Die komplexen Neuerungen zur Bürgerentlastung und Wachstumsbeschleunigung sind so integriert, dass die Nutzer der Vorjahre die gleiche einfache, nahezu unveränderte Anwendung vorfinden. Vorherige Daten können sie direkt übernehmen und müssen sich nicht in ein neues Bedienprinzip einarbeiten. Erstanwendern erklärt ein Flash-Film, wie es funktioniert, ansonsten ist die Steuererklärung auf dem iPad fast ein Vergnügen. Systematisch fragt der Fuchs die Daten ab und berücksichtigt auch Besonderheiten, ohne dass sich der Nutzer überfordert fühlt. Nach Eingabe der persönlichen Daten schickt er auf Wunsch die Erklärung per ELSTER direkt an das Finanzamt. Wenn auch die Nachschlagemöglichkeiten nicht so gut wie beim WISO SteuerSparbuch sind, so ist der Steuerfuchs aufgrund Benutzerfreundlichkeit, Umfang und Schnelligkeit doch unser Favorit.

Steuerfuchs, Anbieter: Hartwerk, www.steuerfuchs.de, Preis 14,95 Euro*
macnews.de-Wertung: vier von fünf Sternen

Taxango

Bunte Flash-Flächen, das joviale “Du“ in der Ansprache, für Berufseinsteiger, jedoch einfache Führung und schnelles Durchkommen: So lässt sich die 5-Minuten-Steuererklärung analog zur entsprechenden Instantsuppe beschreiben. Hersteller Buhl ist auch verantwortlich für das WISO Internet-Sparbuch, das wesentlich mehr Tiefe bietet.

In dem nur für einfache Steuerfälle geeigneten Web-Dienst leiten fünf bunte Flash-Formulare über Person, Einnahmen, Ausgaben, Sparen bis zum Abgeben. Buhl setzt damit ausschließlich auf Berufsanfänger, Erwerbslose, Arbeiter und Angestellten, die fast alle Angaben „aus dem Kopf“ beantworten können. Die Daten lassen sich als XML-Datei entweder lokal oder auf dem Server speichern. Die Steuererklärung erhält man als PDF per E-Mail, druckt sie aus und schickt sie mit Belegen ans Finanzamt.

Taxango, Anbieter: Buhl Data, www.taxango.de, Preis: 9,99 Euro
macnews.de-Wertung: drei von fünf Sternen

WISO Internet-Steuer-Sparbuch

In früheren Tests hatte uns die Online-Version des Steuer-Sparbuch von Buhl mit der Empfehlung der ZDF Sendung WISO auf dem Mac nicht überzeugt: zu viel Java, zu viele Abstürze. Der Hersteller hat Programm und Web-Dienst für das Steuerjahr 2010 jedoch überarbeitet. Zum kostenlosen Start des Web-Dienstes ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse notwendig. Eine “5 Minuten Steuererklärung“, die offenbar an Taxango angelehnt ist, lässt sich ohne Account für einen schnelle Prüfung testen. Startet man mit Nutzernamen den eigentlichen Web-Dienst, öffnet dieser das Offline-PC-Programm WISO Steuer-Sparbuch in einer Citrix-Server-Sitzung, wozu ein Java-Applet geladen wird. Danach sieht das Programm im Browser genauso aus, wie die PC-Version. Wie diese bietet auch die Online-Variante viele Import-Möglichkeiten (Quicken, MS-Money, Vorjahresversion) und eine Fülle zu behandelnder Spezialfälle, selbst Forstwirte, Weinbauern und Auslandsbeschäftigte können sich steuerlich erklären.

Die Eingaben macht man dicht gedrängt im mittleren Fensterteil, am linken Rand ist der Prozessstatus zu sehen, am rechten die Infothek, Steuersparhilfe und Steuerrechner. Am oberen Rand stehen weitere Werkzeuge und Formulare zur Verfügung. Nach Steuer-Interview, Eingabenprüfung und Berechnung können die ausgefüllten Formulare per Elster versendet werden. Trotz Java und Citrix-Server gelingen die Eingaben und Berechnung zügig, bei den Steuerfällen bleibt keine Spezialiät unberücksichtigt und die Informationstiefe ist beeindruckend. So einfach und komfortabel wie bei SteuerFuchs führt die Software allerdings nicht durch die Steuererklärung. Auf dem iPad lässt sie sich leider nicht nutzen.

WISO Internet-Steuer-Sparbuch, Anbieter: Buhl Data, www.internet-sparbuch.de, Preis: 34,95 Euro
macnews.de-Wertung: vier von fünf Sternen

Steuer App 2010

Die einzige App für iPhone und iPad zur Steuererklärung ist mit 3,99 Euro* im iTunes App Store auch das günstigste Hilfsangebot. Gegenüber der Version 2009* ist die aktuelle App stark verbessert, allerdings noch sehr rudimentär. “Die Steuer App 2010 deckt viele, aber ganz bewusst nicht alle Steuer Fälle in der jetzigen Version ab. Sie soll möglichst übersichtlich für die überwiegende Anzahl der Steuefälle bleiben“, erklärt Mathias Eichel von Steuer App-Entwickler Blue Owl Software und verweist auf Umfragen, dass viele Steuerzahler trotz Chance auf Rückerstattung keine Erklärung abgeben, weil sie Verständnisprobleme oder Angst vor Angabefehlern haben (siehe Kasten). Für extravagante Fälle ist die Steuer App daher nicht zu gebrauchen, auch für Selbstständige nicht, doch der so genannten Bierdeckel-Steuer kommen wir damit vielleicht näher. Hier wird eher schnell als detailliert erklärt und man kommt mit wenigen Eingaben zum Ziel.

Die iPad-Version ist wesentlich komfortabler, weil auf ihr Hilfstexte Tipps und Erklärungsfortschritt in einer Ansicht zu sehen sind. Auf dem iPhone/iPod touch muss man wissen, was man tut. Die Steuer App berechnet die Erklärung mit Pauschalbeträgen, die nach Angaben des Herstellers für 90 Prozent aller Fälle optimal sein sollen. Spezialfälle kann sie nicht lösen. In Informationsfeldern zeigt sie an, was absetzbar ist, und übernimmt die berechneten Werte per Tastendruck in die offiziellen Online-PDF-Formulare des Formular-Servers des Bundesfinanzministeriums. Die App macht durchaus den Eindruck eines hilfreichen Steuerassistenten, in der aktuellen Version lassen sich Einzelbelege auch per iPhone Kamera aufnemen, was sehr praktisch ist. Per ELSTER klappt der Versand noch nicht, die Angaben kann man jedoch als amtliches Formular ausdrucken und einreichen.

Steuer App*, Anbieter: Blue Owl Software, Preis: 3,99 Euro
macnews.de-Wertung: drei von fünf Sternen

Fazit

Zur Steuererklärung auf dem Mac muss man sich entscheiden: Entweder einen Web-Dienst nutzen oder zur PC-Software und Windows-Emulation greifen. Unsere eindeutige Empfehlung gilt dem Web-Dienst Steuerfuchs*, mit dem man zügig und in den meisten Fällen zum Ziel kommt. Außerdem macht damit die Steuererklärung auf dem iPad, nun ja, wirklich fast Spaß. Trotz komplizierter gewordenem Steuerrecht führt der Dienst angenehm einfach durch die Erklärung. Wer wenig Geld ausgeben möchte, ist mit Lohnsteuer kompakt gut beraten: Mit dem macnews.de-Gutscheincode im Wert von 10 Euro vergünstigt sich der sonst 14,99 Euro kostende Web-Dienst auf knapp 5 Euro. Ist man Geringverdiener ist die Erklärung ganz kostenfrei. (Update: Auch die Konz Online-Steuererklärung kostet mit dem macnews.de-Gutscheincode nur 4,95 Euro). Noch weniger bezahlt man nur bei der Steuer App* für iPhone oder iPad, doch wird damit auch nur pauschal berechnet. Alle Steuerfälle berücksichtigt nur das WISO Internet-Steuer-Sparbuch, das auch die teuerste Lösung der Web-Dienste ist. Vertraut man dem Netz und den Datenschutzangaben der Web-Dienste nicht, hilft nur der Griff zur Emulation unter Bootcamp oder Parallels Desktop. Hier empfehlen wir ebenfalls das WISO Steuer-Sparbuch 2011* oder die Steuer-Spar-Erklärung 2011* der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Aufwand und Bedienung sind allerdings nicht mit dem Komfort der Web-Dienste zu vergleichen.
Wer Sorgen hat, dass er seine Steuererklärung trotz unserer Empfehlungen bis zum 31.5.2011 nicht mehr schafft, beantragt per Post beim Finanzamt einen Aufschub. Selbst bis zum 31.12.2011 sollte eine Fristverlängerung kein Problem sein. Lässt man sich steuerlich beraten oder erledigt ein Lohnsteuerhilfeverein die Abrechnung, verlängert sich die Frist ebenfalls bis zum Jahresende. Und keine Sorge wegen fehlender Belege: Sie lassen sich in jedem Fall nachreichen, sogar innerhalb des Monats der Widerspruchsfrist, wenn Sie ihren Steuerbescheid bereits erhalten haben.

Steuererklärung 2010: Die besten Anwendungen für Apple-Nutzer
Produkt Lohnsteuer kompakt Konz Steuer App Steuerfuchs Taxango WISO Internet-Sparbuch
Anbieter Forium Gorilla Concept Blue Owl Software Hartwerk Buhl Buhl
Voraussetzungen Browser m. JavaScript Browser m. JavaScript / Flash iOS > 3.x Browser m. JavaScript Browser m. JavaScript / Flash Browser m. Java / JavaScript / Flash
ESt-Erklärung mit Anlagen ja ja ja ja ja ja
Selbstständige/Freiberufler nein ja nein ja nein ja
Belegeerfassung nein nein ja ja nein ja
Datenübernahme aus Vorjahren ja nein nicht von Konz PC ja nein ja
ELSTER-Versand ja ja nein ja ja ja
macnews.de-Sterne drei von fünf drei von fünf drei von fünf vier von fünf drei von fünf vier von fünf
Preis 4,99 Euro mit macnews.de-Gutscheincode 4,95 Euro mit macnews.de-Gutscheincode 3,99 Euro 14,95 Euro 9,99 Euro 34,95 Euro
macnews.de-Empfehlung

Tipp: Hard- und Software absetzen

Hard- und Software wie iPhone, iPad, Mac und Co. können wie jedes andere Wirtschaftsgut bei Angestellten als Arbeitsmittel (Oberbegriff: Werbungskosten) steuerlich geltend gemacht werden. Bedingung: sie müssen unmittelbar der Erledigung von beruflichen Aufgaben dienen. Ob dies der Fall ist, richtet sich immer nach dem konkreten Beruf und der tatsächlichen Nutzung im Einzelfall. Daher können auch Gegenstände als Arbeitsmittel gelten, die sonst üblicherweise im Privatbereich verwendet werden.
Dabei gilt:

  • Wenn der Gegenstand zu weniger als 10 Prozent beruflich genutzt wird, ist kein Ansatz als Werbungskosten möglich.
  • Wenn der Gegenstand zu weniger als 10 Prozent privat genutzt wird, sind die Kosten in voller Höhe absetzbar.
  • In allen anderen Fällen sind die Aufwendungen in Höhe des beruflichen Nutzungsanteils (10 Prozent bis 90 Prozent) als Werbungskosten absetzbar, sofern eine Aufteilung nach Nutzungsanteilen möglich.

Achtung: Betragen die Anschaffungskosten für das Arbeitsmittel mehr als 487,90 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.), müssen sie auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt werden und können mit jeweils nur der Jahresabschreibung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Zu beiden Punkten gibt es z. B. bei SteuerFuchs eine noch differenziertere Darstellung.



Tipp: Musterbrief zur Verlängerung

Absender

Finanzamt Musterstadt
11111 Musterstadt

Steuernummer XXXX
Antrag auf Fristverlängerung für Einkommensteuererklärung 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund meines Umzugs und diverser beruflicher Dienstreisen ist es mir leider nicht möglich meine Steuererklärung termingerecht einzureichen. Ich bitte deshalb um stillschweigende Fristverlängerung bis zum 31. Juli 2011.

Mit freundlichen Grüßen


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