The-Who-Gitarrist: Apple wie ein "digitaler Vampir"

Florian Matthey
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Pete Townshend, Gitarrist der englischen Rockband The Who, wünscht sich von Apple mehr Unterstützung für junge und aufstrebende Musiker – immerhin ist Apples iTunes Store mit großem Abstand Marktführer unter digitalen Musik-Downloads. Stattdessen sei Apple heute aber “wie ein digitaler Vampir” oder “ein digitales Northern Rock”, das die Arbeit von Interpreten “ausbluten” lasse.

Townshend äußerte sich im Interview mit BBC 6 Music zur aktuellen Situation auf dem digitalen Musik-Markt. Traditionell hätten Plattenlabels Künstlern verschiedene Dienstleistungen geboten, für sie eine beratende Rolle eingenommen und Kreativität genährt. “Gibt es einen guten Grund, warum iTunes nur deswegen, weil es ein Teil des Wilden Westens des Internets mit Facebook und Twitter ist, den Künstlern nicht auch einen Teil dieses Angebots geben sollte, statt ihre Arbeit wie ein digitaler Vampir, wie ein digitales Northern Rock für seine enormen Kommissionszahlungen ausbluten zu lassen?”

Apple sollte stattdessen nach Townshends Vorstellung 20 Talent-Scouts der “sterbenden Plattenindustrie” engagieren und neue Interpreten beraten und den besten von ihnen finanzielle und Marketing-Unterstützung anbieten.

Townshend sprach sich auch vehement gegen den Trend der illegalen Musik-Downloads über Tauschbörsen aus: Das Wort “tauschen” passe ohnehin nicht, weil das doch impliziere, dass man etwas von sich gebe, was man sich selbst erarbeitet habe. Wer seine Musik illegal herunterlade, könne auch gleich das Fahrrad seines Sohnes stehlen. Allerdings sieht er auch ein Dilemma für weniger bekannte Künstler: Kreative bevorzugen es, wenn ihre Musik gestohlen und dann gehört werde, als wenn die Welt sie vollkommen ignoriere.

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