Thunderbolt (Light Peak): Neue Schnittstelle für schnellen Datentransfer

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Apples neue MacBook Pro-Modelle bringen eine neue Schnittstelle mit: Den Thunderbolt-Anschluss. “Die schnellste, vielseitigste I/O Technologie in einem Notebook” bewirbt sie der Hersteller. 20 Mal schneller als USB 2.0 und immerhin noch doppelt so schnell wie USB 3.0 soll sie sein – und setzt damit einen neuen Maßstab, der für alle möglichen elektronischen Geräte gedacht ist. Beispielsweise soll es möglich sein, einen Blu-Ray-Film in 30 Sekunden zu übertragen.

Lange hat es gedauert: Bereits 2009 kündigte Intel die Light Peak-Technologie für schnellen Datentransfer an. Eigentlich sollte sie schon im letzten Jahr marktreif sein, und mit optischen Glasfaserkabeln Notebooks, HD-Displays, Kameras, Festplatten und mehr verbinden. Erst im Januar verkündete Intel, dass die Light Peak fertig sei. Seit heute sind sie unter dem Namen “Thunderbolt” mit den eben vorgestellten MacBook Pro von Apple verfügbar.

Zeit wurde es, denn in Sachen Geschwindigkeit hinkten die Apple-Geräte bei den Schnittstellen schon hinterher: Der Konzern weigerte sich hartnäckig, USB 3.0-Anschlüsse einzubauen. Profi-Nutzer mussten dafür selbst zum Schraubenzieher greifen, und zum Beispiel einen USB 3.0 PCIe Adapter in den Mac einzubauen. Die Weiterentwicklung des allgegenwärtigen Standards steht dem Apple-Freund zwar damit nicht zur Verfügung, aber zumindest eine neue, fortschrittlichere Schnittstelle.

10 Gigabit pro Sekunde gibt Apple als Geschwindigkeit für Thunderbolt an. In 30 Sekunden soll damit ein Blu-Ray-Film von einem Speichermedium auf ein anderes transportiert werden können, informiert Intel, und gibt einen Ausbilck: Diese Technologie soll sogar ein Steigerungspotential bis 100 Gigabit haben. 10 Watt Leistung soll auch hungrigen Peripheriegeräten genügen.

Bei der Entwicklung von Thunderbolt arbeiteten die beiden Unternehmen Apple und Intel eng zusammen. Die zugrundeliegenden Technologien sind PCI Express und DisplayPort. “Das heißt, du kannst externe Geräte wie RAID Arrays und Geräte für Videoaufzeichnung direkt am MacBook Pro anschließen und so die PCI Express Leistung nutzen”, informiert Apple. Die Signale nutzen also einen gemeinsamen Übertragungsweg:

Displays mit Mini DisplayPort werden nativ unterstützt, andere Displays mit DisplayPort, DVI, HDMI und VGA werden über einen Adapter angeschlossen. Bis zu sechs Geräte können in Reihe geschaltet werden. Dank der PCI Express Technologie soll es laut Apple möglich sein, vorhandene USB- und Firewire-Produkte mittels Adaptern weiterhin zu verwenden.

Hersteller Intel erklärt die Technik in einem Video:

Unternehmen wie Avid Technologie, LaCie, Western Digital Corporation, AJA, Blackmagic und mehr haben bereits Interesse an der Technologie bekundet. Peripheriegeräte dürften also bald zu erwarten sein – zunächst wahrscheinlich nur im höherpreisigen Bereich.

Lightpeak-Video via tobiasbischoff.com; Grafiken: Apple und Intel.

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