Tim Cook im D11-Interview: iWatch-Hinweise, Billig-iPhone, iOS 7 von Ive

Das Interview mit dem amtierenden Apple-CEO auf der Technik-Konferenz AllThingsD ist immer sehenswert. Im letzten Jahr sprach Tim Cook über seine ersten Monate als Chef des Konzerns. Jetzt spricht er über die Zukunft. Die iWatch, ein günstiges iPhone und Android.

Tim Cook im D11-Interview: iWatch-Hinweise, Billig-iPhone, iOS 7 von Ive

In seiner überlegten, vorsichtigen Art gibt Tim Cook im Rahmen des Interviews auf der D11 einige kleinere und größere Hinweise auf Produkte, Pläne und Apples Vision.

Google Glass, iWatch

Angesprochen auf Google Glass, eine Brille mit Smartphone-Fähigkeiten und Kamera, zweifelt Cook zunächst an dessen Reiz.

„Ich trage eine Brille, weil ich sonst nicht sehen kann“, erklärt er. Eine große Verbreitung der Google Glass hält er „für schwierig“.

Ob Apple sich für tragbare Technologie wie Armbänder, Kleidung oder Ähnliches interessiere? Auf jeden Fall, so Cook, solange sie über die Fitness-Bänder hinaus gehen. „Das Handgelenk ist sehr interessant“. Er selbst trägt ein Nike+ Fuelband, habe aber bislang keines dieser Armbänder, Brillen oder Uhren gesehen, die mehr als eine Sache schafft und dabei wirklich gut ist.

Konkrete Informationen über Apples Pläne im Bereich der Armbänder gibt Cook zwar nicht. Vergleicht aber dieses Segment durchaus mit Smartphones oder Tablets.

„Wenn man die Post-PC-Ära betrachtet, kam zuerst das Smartphone, dann das Tablet und jetzt die tragbaren Geräte“.

Kein offizielles „Ja“ zur iWatch — aber verdammt nahe dran. Allerdings sieht Cook die D20 als möglichen Termin für solche Dinge, also erst in neun Jahren.

iOS 7: Die Zukunft startet im Juni

Für die WWDC in wenigen Wochen kündigt Tim Cook viele Details zu den Veränderungen in iOS und OS X an. Nein, natürlich bleibt es bei vagen Andeutungen, sonst wäre Apple nicht Apple, aber ein paar interessante Informationen kann man den Antworten des CEO durchaus entringen.

Zum Beispiel bestätigt er Jonathan Ives starken Einfluss auf das Design des neuen mobilen Betriebssystems. Nicht nur die Hardware, sondern auch die Software von Ive bearbeiten zu lassen, sei nur konsequent. Man habe stets Software, Hardware und Dienste möglichst dicht beieinander halten wollen und ein gemeinsames Design-Team sei Teil dieser Strategie.

Billig-iPhone und größere Displays

Apple baut eine ganze Reihe verschiedener iPods. Verschiedene Bedürfnisse und Budgets werden durch touch, nano, shuffle und classic abgedeckt. Walt Mossberg will wissen, warum das mit dem iPhone bisher nicht klappt. Klar, mit jedem neuen Modell werden die Vorgänger günstiger, aber separate neue Modelle gab es nie.

„Wir haben das in der Vergangenheit nicht getan. Aber das hat keine Sperrwirkung für die Zukunft“, wendet Cook ein.

Bis heute habe man bei den Smartphones immer auf ein Pferd gesetzt, weil es komplex genug sei, Hardware, Software und Dienste für ein Produkt zu organisieren. „Wir haben uns darauf konzentriert, das eine Modell gut zu machen.“

Verschiedene iPods sind jeweils auf verschiedene Konsumenten zugeschnitten. Die Frage, die Apple sich stellen müsse:

„Haben wir für das iPhone genug Kunden, dass wir unterschiedliche Typen mit unterschiedlichen Geräten ansprechen müssen?“

Aktuell scheint die Antwort „Nein“ zu lauten. Auch größere Displays kommen noch nicht ohne erhebliche Kompromisse aus. Beseitigt man diese Einschränkungen, sei es jedoch absolut denkbar, dass künftige iPhones über ebenso große Displays verfügen, wie aktuelle Modelle von Samsung, HTC oder anderen.

Die Konkurrenz: Androids Übermacht

Android-Smartphones und -Tablets haben mit großem Schwung aufgeholt. Als Apple 2007 das erste iPhone vorstellte, war es das erste wirkliche Smartphone, das alle folgenden Geräte von Bedeutung beeinflussen sollte. Seit einiger Zeit läuft der Markt aber Cupertino davon. Es gibt mehr Android-Anwender als auf iOS, deutlich mehr Geräte und Samsung allein verkauft das Galaxy S4 in riesigen Mengen. Beunruhigt Tim Cook diese Entwicklung?

„Für uns ging es nie darum, durch Masse zu gewinnen“, gibt der Apple-CEO zu bedenken. „Man kann sagen, dass wir den besten PC bauen, aber nicht den am meisten verkauften. Wir bauen den besten Musik-Player und verkaufen tatsächlich auch die meisten. Das gleiche gilt fürs Tablet. Wir bauen zwar das beste Smartphone, verkaufen aber nicht die meisten.“

Es gebe mehr als einen Maßstab für die „Gesundheit“ eines Produktes. Da sei zum einen die Benutzung — was tun die Menschen mit den Geräten. Viele Menschen surfen mit iOS-Geräten im Netz, mehr als mit Android-Geräten, obwohl diese in größerer Zahl auf dem Markt sind. Darauf komme es Apple an, je mehr Menschen die Produkte häufig in Gebrauch haben, desto bessere Arbeit habe man geleistet.

Ein weiterer Maßstab sei Zufriedenheit der Kunden. Hier zitiert Cook einige Umfragen, nach denen Konsumenten mit Apple-Geräten äußerst zufrieden waren.

Offeneres iOS: Drittanbieter-Tastaturen und öffentliche APIs

Walt Mossberg beruft sich auf die zum Teil überlegene Qualität von Texteingabe und -erkennung auf Android- und Blackberry-Smartphones. Könne Apple nicht auch durch Unterstützung von außen das Tippen auf iOS-Geräten angenehmer gestalten?

Cook merkt an, dass man in Zukunft mehr Offenheit von Apple erwarten könne, was Zugriffe auf iOS-Funktionen angeht. Allerdings werde durch mehr APIs niemals die Benutzererfahrung des Konsumenten in Gefahr gebracht. Es wird aber mehr Freiheiten für die Entwickler geben, sich in der iOS-Umgebung zu bewegen und Schnittstellen zu nutzen.

Facebooks Chat-Heads werden es allerdings vorerst nicht aufs iPhone schaffen.

„Die Kunden mögen unsere aktuelle Facebook-Integration. Wir arbeiten immer daran, sie zu verbessern, aber ich bin nicht sicher, ob das der richtige Weg wäre.“

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