Time-Verlag streitet mit Apple über In-App-Abonnements

Florian Matthey
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Time Inc., der Verlag hinter dem amerikanischen Wochenmagazin Time und diverser anderer Zeitschriften, steht in diesen Tagen im Clinch mit Apple. Der Grund: Time möchte für seine iPad-Apps Abonnement-Möglichkeiten Anbieten, Apple pocht auf In-App-Verkäufe mitsamt einer 30-prozentigen Provisionszahlung an den iPad-Hersteller und App-Store-Betreiber.

Ein Artikel des IT-Blogs All Things Digital berichtet über den Streit, der bei Time für Verwunderung gesorgt haben soll. Apple habe den Verlag schon früh überzeugt, die eigenen Inhalte als Apps anzubieten und soll auch die Bereitschaft signalisiert haben, Abonnements oder vergünstigte Angebote für bestehende Time-Abonnenten zu erlauben. Üblicherweise erlaubt Apple zusätzliche bezahlte Inhalte in iOS Apps nur als In-App-Einkäufe, die Apple selbst über den iTunes Account des Benutzers abwickelt. Allerdings bleibt diese Regel nicht ohne Ausnahme: Amazons Kindle-App und die App des Wall Street Journal erlauben eine direkte Abrechnung beim Urheber.

Time soll entsprechende Apps noch nicht eingereicht haben, so dass es noch zu keiner Ablehnung von Apple kam. Allerdings habe Apple dem Verlag bereits angekündigt, andere als die vom Unternehmen selbst favorisierte Geschäftsmodelle nicht zuzulassen. Time soll daraufhin sogar angedroht haben, die Apps zurückzuziehen, was bei Apple aber für keine Reaktion sorgte. Der Verlag erklärte in einem Statement nur, dass er mit “Partnern und potentiellen Partnern” arbeite, um In-App-Abonnements im Laufe des Jahres zuzulassen. Der Mitbewerber Hearst ärgert sich ebenfalls über Apples Politik und hofft bereits auf wachsenden Einfluss von Google

Peter Kafka von All Things Digital fragt sich: Macht sich Apple nur Sorgen über die Kundendaten, die Verlage über die iPad-Apps sammeln würden, oder will Steve Jobs den Markt digitaler Zeitschriften selbst kontrollieren?

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