Trotz Handelsembargo: “Apple-Boom” in Iran

von

Es gibt ein Land, in dem Apple-Produkte gar nicht auf dem Markt sein dürften – sich aber dennoch großer Beliebtheit erfreuen: Iran. Die Menschen des Landes finden Mittel und Wege, das US-Handelsembargo zu umgehen, so dass Apple-Produkte im Alltagsleben durchaus eine Rolle spielen.

Trotz Handelsembargo: “Apple-Boom” in Iran

100 Apple-Händler in Teheran

Die Nachrichtenagentur Reuters widmet dem “Apple-Boom” in Iran einen ausführlichen Artikel. Er beginnt mit Majid Tavassoli, der seit 1995 mit Apple-Produkten handelt – und einen von 100 Apple-Läden in der iranischen Hauptstadt Teheran betreibt. Die Kunden von Tavassolis Laden “RadanMac” sind nicht nur Verbraucher, sondern auch staatliche Unternehmen und Organisationen wie die Zentralbank oder staatliche Fernsehsender.

Wie auch in anderen Ländern scheinen Macs besonders unter Journalisten beliebt zu sein: Insgesamt soll es, so Ali Afghah, im Land mindestens 1000 Redakteure geben, die mit Apples Rechnern arbeiten. Afghah ist der Sprecher des Unternehmens “Apple Iran”, ein Apple-Händler, der unter anderem eine Website betreibt, die der Original-Apple-Website recht ähnlich sieht. Zum Unternehmen in Cupertino besteht aber keine Verbindung, Apple soll sich bereits um eine Einstellung der Website bemüht haben, was bisher aber ohne Erfolg blieb.

Inoffizielle Handelswege

Das US-Handelsembargo macht der Apple-Szene im Land zu schaffen, doch die Händler finden Mittel und Wege: Apple-Produkte finden über Umwege im Nahen Osten ihren Weg nach Iran, auch gebe es Lieferungen von Händlern aus Hong Kong, Singapur und Malaysia. Die Preise liegen zum Teil kaum über den Brutto-Preisen in den USA, also deutlich unterhalb dessen, was europäische Kunden bezahlen.

RadanMac bietet seinen Kunden sogar eine einjährige Garantie und technischen Support – das “iranische Apple Care”, witzelt der Betreiber. Ersatzteile seien schwierig zu beschaffen, oft müssten zusätzliche importierte Macs einfach als Ersatzteillager dienen. Das sei, so Tavassoli, eine der größten Schwierigkeiten.

Einkauf im App Store mit Hilfe von Gutscheinen

Auch wer Musik oder vor allem Apps – in Sachen Musik ist die Raubkopierer-Szene zu groß – aus dem iTunes Store oder App Store herunterladen möchte, muss kreativ sein. Apple blockiert Zugriffe aus Iran, was sich allerdings durch den Einsatz virtueller privater Netzwerke umgehen lässt, wie ein 30-jähriger iranischer Informatiker berichtet, der seiner Freundin einen iPod geschenkt hatte und ihr einen iTunes-Store-Account erstellen wollte. Wer im App Store dann bezahlen will, gibt einfach eine falsche Adresse außerhalb Irans an und besorgt sich Geschenkgutschein-Codes für das jeweilige Land.

Der Apple-Händler Tavassoli wünscht sich, so der Artikel abschließend, dass Apple seine Arbeit eines Tages anerkennt: Er alleine habe 4000 Macs in Iran “installiert”. Apple wäre so stolz auf ihn, kenne ihn aber nicht einmal – “das tut wirklich weh”.

Die USA verbieten den heimischen Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen in Iran anzubieten, um Druck auf das Land auszuüben – Stein des Anstoßes ist das iranische Atomprogramm. Zuletzt gab es Berichte darüber, dass sich Mitarbeiter einiger Apple Stores in den USA unter Verweis auf das Embargo weigern, Kunden iranischer Herkunft Produkte zu verkaufen.

Display beim iPhone kaputt? Kein Problem: Reparier es selbst mit dem GIGA & Fixxoo DIY-Set für die iPhone Display-Reparatur - schnell, einfach und preiswert!

Weitere Themen: iMac mit 5K Retina Display, iTunes Karte, iPhone 4s, Apple Lightning, iPhone 3GS, iPad Air, Fingerabdruckscanner, iPad maxi, iPod Touch 4, Apple


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

Anzeige
GIGA Marktplatz