Vermeidungstaktik: Apple und Co. der Steuerersparnis bezichtigt

Statt der in den USA üblichen 35 Prozent Unternehmenssteuer zahlte Apple Berichten zufolge effektiv nur 1,9 Prozent. Insgesamt seien den US-Steuerbehörden bisher 94 Milliarden Dollar an zu versteuerndem Gewinn entgangen. Allein im letzten Quartal waren es 11 Milliarden Dollar — alles völlig legal.

Vermeidungstaktik: Apple und Co. der Steuerersparnis bezichtigt

Nicht nur in Großbritannien wird derzeit kontrovers über große Unternehmen und ihre Steuerschuld diskutiert. Vielen, darunter Amazon, Google, Starbucks und Apple, wird vorgeworfen, ihre Gewinne am Fiskus vorbei zu schleusen. Die Sunday Times meldet enorme Beträge, die in Ländern mit geringer oder gar keiner Steuerlast als Gewinne angegeben werden. So gucken diejenigen Staaten, in denen die Unternehmen am meisten umsetzen, finanziell in die Röhre.

Es geht immer um Geld. Manchmal um sehr viel Geld. Wie in jedem größeren Konzern ist auch bei Apple das Ziel, den Aktionären möglichst hohe Renditen zu bescheren. Dass dabei jede erdenkliche Möglichkeit genutzt wird, Steuerzahlungen zu umgehen, dürfte kaum überraschen. Zweigstellen auf den britischen Virgin Islands, auf Malta oder in anderen Steueroasen sind nicht nur gang und gäbe, sondern völlig rechtens.

Während man also mahnend den Finger hebt, dass Apple nur etwa 1,9 Prozent Steuern auf seine Gewinne gezahlt hat, sollte man auch über das System nachdenken, das solch ein Verhalten überhaupt erst ermöglicht. Selbst in Europa, wo es angeblich scharfe Regeln zur Verfolgung von Steuerflüchtlingen gibt, scheint es immer noch lukrativ zu sein, sich auf Malta niederzulassen. Wem das nicht geheuer ist, setzt sich eben mit seinen Umsätzen in die Karibik ab.

Sicher ist es nicht „in Ordnung“, wenn Apple, Google und andere sich dieser Mittel bedienen, um dem Staat zustehende Steuergelder für sich zu behalten. Ohne dieses Verhalten entschuldigen zu wollen, muss man jedoch beachten, welche Rolle der geltende rechtliche Rahmen und der Wettbewerb spielen. Ausgelatscht, aber dennoch wahr, die Phrase: Der Fehler liegt im System.

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