WebKit2: Mehr Geschwindigkeit, weniger Abstürze

Bernd Korz

Am Anfang war es ein Projekt für den KHTML Browser unter KDE, dass dann so eine Welle daraus entstehen würde hätte sicherlich niemand nicht einmal zu träumen gewagt: Das WebKit. Mit dem WebKit werden Webseiten aufbereitet und angezeigt.

Es ist das Gehirn, das Herz, das Auge und auch das Sprachzentrum des Browsers.

Zunächst entdeckte Apple dass man mit dem WebKit zum einen viel Arbeit sparen und zum anderen auch in der OpenSource-Gemeinde den ein oder anderen Schulterschlag abholen könnte. So entschied Apple sich damals dazu, den Safari Browser mit dem WebKit auszustatten und die notwendigen Entwickler in das Team einzukaufen damit es auch immer weiter voran geht.

Aber auch Google fand die Arbeit am WebKit damals bereits so gelungen, dass man sich ebenso dazu entschied, selbiges zu tun, wie schon vor Jahren Apple es vorgemacht hatte. Zwei äusserst bekannte Browser also, Apples Safari sowie Googles Chrome Chromium, nutzen das WebKit und arbeiten mit daran, es immer besser zu machen.

Der nächste Schritt ist das WebKit2.Anders Carlsson, ein Mitarbeiter von Apple hatte gestern auf der WebKit Mailingliste eine Evolution des WebKit mit dem Namen WebKit2 bekannt gegeben. Eine der ganz wichtigen Neuerungen darin wird das “Split Processing” sein, welches in einer verbesserten Form stattfinden wird. Google hatte dies bereits 2008 in einer ersten Version für den Chromebrowser bereitgestellt.

Hat man mehrere Tabs geöffnet und stürzt eine Seite in einem Tab ab, so wird dieser eine Tab als eine eigenständige Applikation behandelt, der Browser selbst, wie auch die bereits geöffneten Tabs, bleiben davon gänzlich unberührt. Jeder View läuft sozusagen in einem komplett eigenen Prozess und wird vom “Mutterschiff” nur noch verwaltet.

Sowohl der Internet Explorer 8 als auch der Firefox (Electrolysis) kam mit einem ähnlichen System, welches die Tabs in eigene Instanzen und Prozesse aufteilt um das Programm selbst vor einem Gesamtabsturz zu schützen.

Ein weiterer großer Schritt ist die neue “Blocking-API”. So soll es mit WebKit2 für Entwickler endlich möglich sein mittels der API und Callbacks diverse Anfragen direkt zu unterbinden. Ein Beispiel aus der Praxis wäre dafür Google Analytics. Der Anwender kann dann im Browser ein Häckchen setzen und die API von Google Analytics greift nicht mehr, so werden dann keinerlei Daten mehr über den Besucher erfasst werden können.

Derzeit wird das WebKit2 compilierbar zum Download angeboten und unterstützt die Plattformen Windows und Mac OS X. Eine Linuxvariante hat Apple nicht vorgenommen da der Browser auch nur auf eben genannten Systemen verfügbar ist. Da das Projekt allerdings OpenSource ist, wird es sicherlich nicht all zu lange dauern, bis auch auf Linux etwas bereit steht.

Wer sich die Sourcen herunterläd kann mittels build-webkit –webkit2 eine WebKit2 Version für seinen Browser compiieren und austesten. Die gesamte tech. Beschreibung findet sich auf der Projektseite.

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