Welche Hardware sollte Apple herstellen, tut es aber nicht?

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iPad, iPhone iPod, iMac, Mac mini, Mac Pro sowie MacBook und MacBook Air/Pro stellen neben einer ganzen Menge Zubehör bislang die Hardware-Produktlinie von Apple dar. Reicht das aber für einen Hersteller, der sich immer mehr der Unterhaltungselektronik zuwendet?

Apple ist durchaus gewillt, auch dort mitzumischen, wo es sich bislang immer eher raushielt. Deutlich wurde dies nicht nur mit den Produktreihen iPhone und iPad, sondern unter anderem auch mit dem Lautsprechersystem iPod Hi-Fi und 2010 mit den Bumpern fürs iPhone. Nachfolgend ein paar Vorschläge für eine Wunschliste, teilweise auch mit Gegengründen.

Apple TV als vollständiges TV-Gerät
Ein echtes Apple TV könnte schon eine Kombination aus großem Display und dem bisherigen Beistellgerät sein, könnte aber ebenso ein besonders großer iMac mit 1080p-Display sein. Letzteres ist allerdings unwahrscheinlich, denn Apple will mit allen TV-Lösungen vor allem den eigenen Store fördern. Aber auch erstere Variante könnte einem Kabel und Konfigurationsprobleme ersparen und wäre in vielen Wohnzimmern sicher ein großer Erfolg. Leider sind die Gewinnmargen bei TV-Geräten berüchtigt niedrig und die Unterschiede internationaler TV-Gepflogenheiten (analoger Empfang, DVB-C/S/T, Pay TV usw.) zu groß, um eine einfache Lösung zu ermöglichen, weshalb sich Apple an diesem Markt vermutlich nur mit seiner bisherigen Lösung beteiligen wird.

Apple Remote als umfassendes Konzept
Die Apple Remote als alleinige Steuerung fürs Mac-zentrische Digital Hub ist ein zumindest fragwürdiger Ansatz. Zu vielfältig ist das, was neben dem Mac noch alles gesteuert werden soll, zu unterschiedlich sind die Ansätze der jeweiligen Hersteller von Unterhaltungselektronik. Produkte wie iRedTouch und die dazugehörigen IRTrans-Module oder Steuersoftware wie Remote Buddy weisen aber den Weg in eine mögliche Zukunft und können fast alles mit allem integrieren. Schön wäre es, käme Apple auf einen ähnlichen Gedanken und würde das Digital Hub umfassender sehen und nicht nur auf die Steuerung der eigenen Hardware beschränken.

Mac midi
Der von Apple am 20. Juli 2000 auf der Macworld Expo in New York City vorgestellte Cube war trotz aller Innovation überteuerter Spätgeborener. Die noch unter Classic laufende 450-MHz-Variante des Würfels kostete zum Startschuss mit 4499 DM beträchtliche 800 Euro mehr als heute der Doppelkern-Mac-mini mit fünffacher Taktfrequenz. Seit der Einstellung des Cube Anfang Juli 2001 scheint Apple das Interesse am Konzept des erweiterungsfähigen Designklassikers verloren zu haben, bis heute klafft eine Lücke in Apples Produktlinie bildschirmloser Computer zwischen Mac mini und Mac Pro. Gerne hätten manche Anwender den Komfort des Austauschs von Festplatten in 3,5 Zoll Baugröße oder aber Grafikkarten, ohne jedoch gleich auf den ausgesprochen großen und teuren Mac Pro zugreifen zu müssen. Gegen die Einführung eines solchen Computers spricht allerdings die Tatsache, dass Apple schon für den Mac Pro aktuelle Grafikkarten nur spät und halbherzig unterstützt und eher die Tage des Mac Pro gezählt sind, als dass noch ein Cube-Nachfolger zu erwarten wäre.

Transportable Widgets
Dashboard am Mac ist ein nicht wirklich überzeugendes Konzept. Wären die Widgets jedoch vom Mac befreit auf einem simplen externen Gerät zu installieren, könnte das Ganze einen interessanten Sinn ergeben. Neben der Wohnungstür könnten Widgets für Fahr- und Abflugpläne bereitgehalten werden, im Badezimmer stünde ein Gerät, das die Wetterdaten zur Verfügung stellt und neben dem Bett gäbe es ein Widget, das verschiedene Radiostationen zur Auswahl bietet. Sony hat mit seinem Dash etwas ähnliches in diese Richtung unternommen, Apple könnte das Ganze aber noch wesentlich konsequenter zu Ende denken und beispielsweise eine AirPort-Express-Basis integrieren. Beschickt würde das System von allen iDevices und dem Mac aus.

Drahtlose iSight
FaceTime hat es vorexerziert, Videokonferenzen sind mobil am schönsten. Drahtlos ansprechbare iSights wären daher eine reizvolle Angelegenheit, um ohne großen Aufwand in verschiedene Räume schalten zu können, um Gelände und Haustüren zu überwachen oder nachzuschauen, was der Nachwuchs gerade treibt. Bei der Original-iSight konnte das Objektiv mit einer mechanischen Blende vor neugierigen Blicken verschonen – auch das wäre bei einer drahtlosen iSight natürlich zu begrüßen. Kaum eine Webcam, die nicht von Apple stammt, überzeugt bislang wirklich, ob drahtlos oder nicht, eine neue FaceTime-taugliche Produktreihe könnte hier Abhilfe schaffen.

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