Wie Apple Steuern spart

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In einer globalisierten Welt bieten sich weltweit agierenden Unternehmen viele Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Apple scheint einem Zeitungsbericht zufolge in dieser Disziplin besonders gut zu sein: Das Unternehmen habe sich viele Tricks ausgedacht, die andere Firmen nun imitieren.

Wie Apple Steuern spart

Die New York Times hat sich die Bewegungen von Apples Umsätzen um den Globus herum genauer angesehen und viele Wege entdeckt, mit denen das Unternehmen Steuern spart. So dürfte beispielsweise allen europäischen iTunes-Store- und App-Store-Benutzern bereits aufgefallen sein, dass ihr direkter Vertragspartner das Unternehmen iTunes S.à.r.l in Luxemburg ist.

Dabei handelt es sich um eine Firma mit vergleichsweise wenig Mitarbeitern, die Apples gesamte iTunes- und App-Store-Geschäfte in Europa, Afrika und dem Nahen Osten abwickelt. Die luxemburgische Apple-Tochter verzeichen im Jahr einen Umsatz von immerhin rund einer Milliarde US-Dollar – wobei auf den Gewinn in Luxemburg nur sehr niedrige Steuern anfallen.

Neben dem Fürstentum Luxemburg befinden sich weitere Apple-Töchter in Niedrigsteuer-Regionen wie dem US-Bundesstaat Nevada, in Irland, den Niederlanden und den Britischen Jungferninseln. Apple versuche, so viele Geschäfte wie möglich über diese Töchter abzuwickeln. Ein Großteil des US-Umsatzes fließe beispielsweise zunächst über die Apple-Tochter Braeburn Capital in Reno, Nevada – um so weniger als die 8,84 Prozent Körperschaftssteuer des US-Bundesstaates Kalifornien zu bezahlen.

Apples irische Tochter sammle derweil alle Zahlungen ein, die Apple für Patentlizenzen bekommt. In den USA müsste das Unternehmen dafür 35 Prozent Steuern zahlen, in Irland hingegen lediglich 12,5 Prozent. Insgesamt fielen 70 Prozent aller Apple-Umsätze laut Apples Buchführung außerhalb der USA an.

Apple ist natürlich bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das durch solche “Tricks” Steuern einspart. Allerdings habe Apple einige der Tricks selbst “entwickelt” und sei somit ein Vorbild für andere Firmen gewesen. Ein solcher Trick sei die “Double Irish With a Dutch Sandwich“-Praxis, nach der Apple Umsätze zuerst über Irland, dann über die Niederlande und dann weiter in die Karibik leite. Hunderte Unternehmen setzten heute auf diese Praxis, und viele der Buchhalter dieser Firmen erklären, dass sie die Praxis von Apple gelernt hätten.

Im Jahr 2011 habe Apple 34,2 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht, aber weltweit nur 3,3 Milliarden Dollar an Steuern bezahlt. Der sich daraus ergebende Anteil in Höhe von 9,8 Prozent sei für ein Unternehmen recht niedrig. Vor allem zahle Apple zunehmend einen geringeren Anteil an Steuern: Den Gewinn habe Apple in den letzten Jahren massiv steigern können, die Höhe der Steuerzahlungen war aber beispielsweise im Jahr 2009 ähnlich hoch wie im Jahr 2011 – obwohl Apple weniger als die Hälfte des Profites verzeichnete.

Der New-York-Times-Artikel lässt Apple allerdings auch Raum für eine Stellungnahme: Das internationale Wachstum des Unternehmens sorge für mehr Arbeitsplätze in den USA, da Apple vor allem von Kalifornien aus reagiere. Der Großteil aller Apple-Mitarbeiter sei in den USA angestellt – es seien insgesamt mehr als 47.000 Vollzeit-Angestellte. Erst kürzlich hatte Apple erklärt, über 500.000 Jobs in den USA geschaffen zu haben – wenn man auch solche mitzähle, die bei Apples Partnern entstanden seien.

Bild: New York Times

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